Flüchtlinge zeigen auf einem Felsen an der Mittelmeerküste ihre Freude über die gelungene Flucht in die spanische Exklave Ceuta.

Flucht in spanische Exklave Ceuta Flüchtlinge nutzen Ebbe im Mittelmeer

Stand: 23.04.2016 21:53 Uhr

Ein ungewöhnlich niedriger Wasserstand an der marokkanischen Küste hat rund 100 afrikanischen Flüchtlingen geholfen, die spanische Exklave Ceuta zu erreichen. Immer wieder versuchen Migranten von marokkanischem Gebiet aus in die Exklave zu gelangen - oft mit tödlichem Ausgang.

Rund 100 Flüchtlinge haben den besonders niedrigen Wasserstand an der marokkanischen Küste nutzen können, um in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Die spanische Polizei der Nordafrika-Exklave sprach von 101 Migranten, die sie am Mittelmeerstrand abgefangen habe. Die Exklave ist durch einen Grenzzaun vom marokkanischen Gebiet abgetrennt. Durch die Ebbe konnten die Schutzsuchenden durch das Wasser um den Zaun herumwaten und einen Wellenbrecher überwinden.

Helfer vom Roten Kreuz hatten die Flüchtlinge nach eigenen Angaben auf dem Weg begleitet. Sieben der Migranten wurden mit Schnittwunden und Blutergüssen in ein Krankenhaus gebracht. Die restlichen Flüchtlinge sollten laut der örtlichen Regierung in ein Zentrum für vorübergehende Aufenthalte gebracht werden.

Karte Melilla und Ceuta

Massenansturm im Dezember

Zuletzt hatten Ende Dezember rund 250 Flüchtlinge in einem Massenansturm versucht, Ceuta zu erreichen. 185 von ihnen gelang die Flucht. Ein Teil der afrikanischen Flüchtlinge war über die Grenzzäune geklettert. Ein anderer Teil schwamm im Meer um die Grenzbefestigungen herum. Dabei ertranken zwei Menschen auf marokkanischer Seite.

Die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika sind seit den 1990er-Jahren mit meterhohen Zäunen umgeben. Polizisten sichern das Gebiet. Dennoch versuchen immer wieder Flüchtlinge, die Zäune zu überwinden und die Festung Europa zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete SWR2 am 19. April 2016 um 06:00 Uhr

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KOMMENTARE

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Verschwörungstheoretiker 24.04.2016 • 04:26 Uhr

Foto des Jahres

Für mich ist das abgebildete Foto Kandidat für ein Foto des Jahres. Sehr kontrovers und diskussionswürdig. Da riskieren 101 Menschen plus das Rote Kreuz ihr Leben, um eine Passage über das Niedrigwasser im Mittelmeer zu wagen, um anschließend Asyl in der EU zu beantragen, anstatt ordnungsgemäß und ungefährlich an der "Tür" in Ceuta anzuklopfen und um selbiges zu bitten. . Da die Grenze dicht scheint, bevorzugt die EU waghalsige Lebensmüde, offensichtlich junge, kräftige Männer. Verantwortliche Familien scheinen sich verständlicherweise nicht auf diesen Weg begeben zu haben, trotz Begleitung eines Hilfsdienstes. Apropos: Wenn das Rote Kreuz dabei war, waren sicherlich auch Journalisten und die spanische Obrigkeit informiert. . Trauriger Zustand in Afkrika und in der EU und eine äußerst merkwürdige Einstellung zu generellen Grundwerten.