Wiktorija Marinowa | Bildquelle: AP

Fall Marinowa Tatverdächtiger in Deutschland gefasst

Stand: 10.10.2018 10:50 Uhr

Nach dem gewaltsamen Tod einer bulgarischen TV-Moderatorin melden die Behörden eine Festnahme. Der Verdächtige wurde in Deutschland gefasst. Die Tat soll nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht mit dem Beruf Marinowas zusammenhängen, hieß es.

Im Fall der getöteten TV-Moderatorin Wiktorija Marinowa ist nach Angaben der bulgarischen Regierung ein Tatverdächtiger in Deutschland gefasst worden. Es handele sich um einen 21-jährigen Mann aus der bulgarischen Stadt Russe, der polizeibekannt sei, sagte der bulgarische Innenminister Mladen Marinow.

"Wir verfügen über genug Beweise, die diese Person mit dem Ort des Verbrechens und dem Opfer in Verbindung bringen", sagte Marinow. Nach Angaben des Innenministers soll DNA-Material des Verdächtigen an der Leiche identifiziert worden sein. Die Journalistin war Ermittlern zufolge vergewaltigt und erwürgt worden.

Der Verdächtige wurde in Stade festgenommen, bestätigte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen. LKA-Zielfahnder hätten den Mann am Dienstagabend aufgespürt.

Die bulgarische Journalistin Viktoria Marinowa | Bildquelle: REUTERS
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Die bulgarische Journalistin Viktoria Marinowa wurde getötet - jetzt gab es eine Festnahme.

Leiche wurde in einem Park entdeckt

Die Leiche der Moderatorin war am Samstag in einem Park am Donauufer in Russe entdeckt worden. Marinowa war dort joggen. Der Verdächtige sei über die Donaubrücke von Russe nach Rumänien geflüchtet, sagte Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow.

Nach Angaben Zazarows besteht nach derzeitigem Ermittlungsstand kein Zusammenhang zwischen der Tat und der Arbeit der 30-jährigen Journalistin. "Aber wir untersuchen weiterhin alle Hypothesen", sagte er.  "Die Beweise, die wir derzeit haben, lassen auf einen spontanen Angriff schließen, um das Opfer sexuell zu missbrauchen." Der Tatverdächtige wurde demnach bereits wegen Mordes und Vergewaltigung gesucht. In der Wohnung des Verdächtigen in Russe sollen auch persönliche Sachen der Ermordeten entdeckt worden sein.


Marinowa hatte in der letzten Ausgabe ihrer neuen Sendung "Detektor" einen Investigativjournalisten aus Rumänien und einen aus Bulgarien zu Gast. Die beiden recherchieren über einen angeblichen Betrug mit EU-Fördergeldern in Bulgarien. Das EU-Betrugsbekämpfungsamt Olaf wertet derzeit die Informationen aus Bulgarien aus.

Laut Regierungschef Boiko Borissow strebt Bulgarien die Auslieferung des Verdächtigen aus Deutschland an. Borissow verurteilte Druck auf Sofia im Zusammenhang mit den Ermittlungen in diesem Fall - auch aus dem Ausland.

Bulgarische Regierung bestätigt Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall Marinowa
Clemens Verenkotte, ARD Wien
10.10.2018 09:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Oktober 2018 um 09:00 Uhr.

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