Maria Butina auf einer Aufnahme von 2013 | Bildquelle: AP

Illegale Agententätigkeit 18 Monate Haft für Russin in den USA

Stand: 26.04.2019 19:31 Uhr

Ein Gericht in den USA hat eine Russin wegen Spionage zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie soll versucht haben, die Waffenlobby NRA zu infiltrieren. Nach dem Absitzen ihrer restlichen Haftstrafe wird sie abgeschoben.

Eine in den USA festgenommene Russin ist wegen illegaler Agententätigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Das teilte das US-Justizministerium in Washington mit. Die Angeklagte namens Maria Butina hatte vor einem Bundesgericht in Washington eingeräumt, unter Anleitung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA operiert zu haben. Ihre Aktivitäten umfassten auch die Zeit des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016.

Die 30-Jährige, die sich als Waffenrechtsaktivistin engagierte, soll unter anderem versucht haben, die US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zu infiltrieren. Sie soll auch in Kreisen der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump verkehrt haben. Die NRA steht den Republikanern nahe.

Auch von Sonderermittler Mueller verhört

Nach Überzeugung der Ermittler wollte Butina die US-Außenpolitik beeinflussen. Bereits seit Juli befindet sie sich in Haft.

Butina wurde auch von dem US-Sonderermittler Robert Mueller verhört. Das Verfahren gegen sie geht aber nicht auf die Untersuchungen Muellers zurück.

Mueller hatte mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Wahlkampf 2016 untersucht, fand aber keine Belege für illegale Absprachen. US-Geheimdienste werfen Russland dennoch eine versuchte Einflussnahme auf die damaligen US-Wahlen vor.

Die wegen Spionage in den USA verurteilte Russin Maria Butina | Bildquelle: AFP
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Butina im Jahr 2013 während einer Pressekonferenz in Moskau. Die 30-Jährige engagierte sich als Waffenrechtsaktivistin und sollte wohl die NRA infiltrieren.

Mit einem Studentenvisum eingereist

Butina war mit einem Studentenvisum eingereist und in Washington immatrikuliert. Die US-Bundespolizei FBI hielt das Studium für eine Tarnung der Agententätigkeit. Nach ihrer Festnahme war gegen die Russin Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr verhängt worden.

Nach dem Absitzen ihrer restlichen Haftstrafe soll Butina nach Russland abgeschoben werden. Die Regierung in Moskau hatte ihre Freilassung gefordert.

Russin Butina in den USA zu 18 Monaten Haft verurteilt
Martin Ganslmeier, ARD Washington
26.04.2019 21:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. April 2019 um 21:00 Uhr.

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