Südchinesisches Meer

Gemeinsames Manöver im Südchinesischen Meer Kriegsspiele in rohstoffreicher See

Stand: 18.04.2012 09:40 Uhr

Die USA und Vietnam werden in der kommenden Woche ein gemeinsames Manöver vor der vietnamesischen Küstenstadt Danang abhalten. Schon seit einigen Tagen üben die US-amerikanische und die philippinische Marine im Südchinesischen Meer, wo es immer wieder zu Auseinandersetzungen der Anrainer um die Rohstoffvorkommen kommt. Vor allem China beansprucht diese für sich.

Udo Schmidt ARD-Studio Singapur

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

7000 philippinische und US-amerikanische Marinesoldaten auf Manöver im rohstoffreichen Südchinesischen Meer, um dessen Reichtum sich die Anlieger unter Gewaltandrohung streiten - da kann die Generalität noch so sehr von Normalität sprechen, Südostasien schaut mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Kriegsspiele.

Doch US-Brigadegeneral Frederick Padilla erklärt: "Die Übung hat nichts mit anderen Vorgängen hier zu tun. Es ist ganz einfach eine gute Gelegenheit, die Beziehungen zu stärken und sich auf Naturkatastrophen vorzubereiten."

Kampf um Rohstoffe im Meer und auf den Spratly-Inseln

Gar nicht natürlich war der Konflikt der vergangenen zwei Wochen, in dem sich ein philippinisches Kriegsschiff und chinesische Aufklärungsschiffe gegenüberstanden - ein Konflikt, der noch nicht beigelegt ist.

Immer wieder geht es um die Rohstoffvorkommen rund um die Spratly-Inseln, vor allem Öl könnte dort gefördert werden. China, die Philippinen, Vietnam - diese drei vor allem beanspruchen die Hoheitsrechte.

"Die Souveränität der Philippinen sichern"

Der philippinische Leiter des Seemanövers Jessie Dellosa ist schon deutlicher, wenn er sagt: "Natürlich wollen wir vor allem das Vertrauen in der Region stärken, aber wir sind auch wie viele Nationen in der Region besorgt und wir müssen die Rechte unserer Bürger verteidigen und die Souveränität der Philippinen sichern." Das hört sich dann schon weniger nach Vorbereitung auf Naturkatastrophen an.

US-Brigadegeneral Padilla und der philippinische Leiter des Seemanövers Dellosa

US-Brigadegeneral Padilla und der philippinische Leiter des Seemanövers Dellosa

Auf den Philippinen selber sind die Menschen in ihren Reaktionen äußerst gespalten. Vor der chinesischen Botschaft in Manila kommt es regelmäßig zu Protesten, die dieser Demonstrant so begründet: "Wir fordern China auf, sofort seine Schiffe aus den umstrittenen Gewässern zurückzuziehen und sich zu entschuldigen für das, was die Fischer dort getan haben." Chinesische Fischer hatten unter anderem Korallen abgebaut, vor Inseln, die die Philippinen für sich reklamieren.

Südchinesisches Meer

Südchinesisches Meer

Angst vor Über-Präsenz der Amerikaner

Gleichzeitig fürchten viele auf den Philippinen eine zu starke Präsenz der USA. Renato Reyes, Sprecher der Neuen patriotischen Allianz, sagt: "Die USA wollen doch die Philippinen gar nicht wieder verlassen, vielmehr wollen sie immer neue Militärbasen hier einrichten. Am Ende haben sie dann mehr schlechten Einfluss als die Chinesen."

US-Präsident Barack Obama hatte bereits im vergangenen November die neue Asiatisch-Pazifische-Strategie verkündet, nach der die USA sich verstärkt auf diese Weltregion ausrichten wollen - auch um den Einfluss Chinas einzudämmen.