Das US-Kriegsschiff USS Decatur im Südchinesischen Meer (Archivbild) | Bildquelle: AP

Beinahe-Kollision mit US-Schiff China protestiert gegen "Provokationen"

Stand: 02.10.2018 13:18 Uhr

Im Südchinesischen Meer sind zwei Kriegsschiffe der USA und Chinas offenbar beinahe zusammengestoßen. Chinas Außenministerium protestierte gegen "Provokationen" durch die US-Marine.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Das Außenministerium in Peking stellt den Vorfall so dar: Das US-Kriegsschiff sei auf provokante Art und Weise in chinesische Gewässer eingedrungen, also habe man als Warnung ein eigenes Kriegsschiff losgeschickt. Es versuchte dann offenbar, den US-Zerstörer abzudrängen. Man habe sich rechtmäßig verhalten, betonte das chinesische Außenministerium.

Die USA hingegen werfen der chinesischen Marine "unsichere und unprofessionelle" Manöver vor. US-amerikanische Medien berichten unter Hinweis auf Angaben des US-Militärs, dass sich die Schiffe in der Nähe der Spratly-Inseln bis auf 40 Meter nahe gekommen seien. Schließlich sei die "USS Decatur" ausgewichen, um einen Zusammenstoß mit dem chinesischen Kriegsschiff zu vermeiden.

Chinesischer Marinesoldat auf einem Kriegsschiff | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb
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Chinesischer Marinesoldat auf einem Kriegsschiff. Immer wieder kommt es zu Konflikten in dem umstrittenen Seegebiet.

Streit über Seehoheit

Spannungen zwischen China und anderen Staaten gibt es im Südchinesischen Meer schon seit vielen Jahren. Regelmäßig fühlt sich Chinas Staats- und Parteiführung provoziert, wenn Kriegsschiffe oder Militärflugzeuge westlicher Staaten das Gebiet durchkreuzen.

Aus Sicht der USA, Japans, Australiens und vieler anderer Staaten sind weite Teile des rohstoffreichen Gebietes internationales Gewässer, also nicht durch ein einzelnes Land zu beanspruchen. Ein internationales Gericht in Den Haag hat diese Sichtweise 2016 bestätigt. China hingegen beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer für sich. Um ihre Ansprüche zu untermauern, lässt die chinesische Führung mit großem Aufwand künstliche Inseln in dem Gebiet aufschütten und errichtet Militärstützpunkte.

Verstärkte Spannungen

Der Zwischenfall in der Nähe der Spratly-Inseln zeigt, dass die Regierungen in Peking und Washington nicht nur in Handelsfragen über Kreuz liegen. Auch in der Sicherheitspolitik gibt es handfeste Konflikte.

Bereits gestern hatte US-Verteidigungsminister James Mattis bestätigt, dass er einen für diesen Monat geplanten Besuch in China abgesagt hat. Vergangene Woche hatte China einem US-Flugzeugträger verboten, für einen Freundschaftsbesuch in den Hafen von Hongkong einzulaufen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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