Blumen und Kerzen am Albert Square in Manchester. | Bildquelle: AFP

Anschlag in Manchester Salman Abedi war Behörden bekannt

Stand: 24.05.2017 11:17 Uhr

Der mutmaßliche Attentäter von Manchester war den Sicherheitsbehörden schon vor der Tat aufgefallen. Zudem geht die britische Regierung davon aus, dass der 22-Jährige nicht alleine gehandelt hat. Sie rechnet mit weiteren Anschlägen und hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Die britische Regierung glaubt, dass die Gefahr nach dem Selbstmordattentat von Manchester noch nicht gebannt ist. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben", sagte Innenministerin Amber Rudd. Dies deute darauf hin, dass der mutmaßliche Attentäter Salman Abedi "wahrscheinlich nicht alleine gehandelt" habe.

Ähnlich äußerte sich Premierministerin Theresa May: "Wir können die Möglichkeit nicht ignorieren, dass es eine größere Gruppe von Personen gibt, die mit diesem Anschlag in Verbindung stehen", sagte May. Die Terrorgefahr werde nun mit dem Status "kritisch" bewertet, sagte sie. Dies bedeute, dass mit einem weiteren, unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet werde. Zuvor hatte die Warnstufe bei "ernst" gelegen, was bedeutet, dass ein Anschlag als wahrscheinlich gilt.

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Anschlag in Manchester

Menschen verlassen eine Konzerthalle in Manchester

Terror gegen Teenager: Bei einem Anschlag auf ein Popkonzert der US-Sängerin Ariane Grande in Manchester sind mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter auch der Attentäter. Mindestens 64 Menschen wurde verletzt, einige davon schwer. | Bildquelle: AP

Soldaten im Anti-Terror-Einsatz

Abedi war den britischen Sicherheitsbehörden bereits vor der Tat aufgefallen. "Er ist jemand, den sie gekannt haben", sagte Innenministerin Rudd dem Radiosender BBC. Durch was genau der junge Mann auffiel, sagte sie allerdings nicht.

Mit der Anhebung der Terrorwarnstufe ist auch verbunden, dass Soldaten an strategischen Orten stationiert werden, wo bislang bewaffnete Polizisten im Einsatz waren. Dadurch könne die Polizei die Zahl ihrer Beamten bei Patrouillen an wichtigen Orten erhöhen. Auch der Einsatz von Soldaten bei Großereignissen sei denkbar, sagte May. Am Vormittag will das Sicherheitskabinett der Regierung erneut zusammenkommen - am Dienstag hatte es bereits zweimal getagt.

Nach dem Anschlag in Manchester
tagesschau24 10:00 Uhr, 24.05.2017, Tim Seeger, ARD-aktuell

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Selbstmordattentäter tötete mindestens 22 Menschen

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am späten Montagabend unmittelbar nach dem Konzert von US-Teenie-Idol Ariana Grande im Eingangsbereich der Manchester Arena in die Luft gesprengt. 22 Menschen riss der Attentäter mit in den Tod, darunter viele Kinder und Jugendliche. Es gibt Dutzende Verletzte: "Wir behandeln noch 64 Verletzte, rund 20 von ihnen sind in kritischem Zustand", sagte der Chef der Gesundheitsbehörde des Großraums Manchester, Jon Rouse, dem Sender Sky News.

Den Behörden zufolge identifizierten die Ermittler den 22-jährigen Abedi als mutmaßlichen Täter. Mit weiteren Details hielt sie sich zurück. In britischen Medien tauchten aber schnell mögliche Details zu dem Mann auf. Der Sohn libyscher Flüchtlinge soll 1994 in Manchester als eines von vier Kindern geboren worden sein.

Der Name des mutmaßlichen Attentäters tauchte am Dienstag zuerst in US-Medien auf. Diese hatten ihre Angaben auf eine vertrauliche Unterrichtung, die britische Stellen ihren US-Kollegen in London gegeben haben sollen. Das gefiel den Briten offenbar überhaupt nicht. Innenministerin Rudd bezeichnete es in der BBC als "irritierend", dass Informationen über Abedi in US-Medien auftauchten, ehe sie in Großbritannien zur Veröffentlichung freigegeben wurden. "Ich habe unseren Freunden gegenüber sehr klar gemacht, dass so etwas nicht mehr passieren darf", sagte Rudd.

Gedenkfeier im Zentrum Manchesters

Am Abend waren Tausende Menschen im Zentrum Manchesters zu einer Gedenkfeier für die Opfer zusammengekommen. "Wir werden allen Terroristen trotzen", sagte Bürgermeister Eddy Newman in einer kurzen Ansprache vor dem Rathaus.

Gedenkveranstaltung auf dem Albert Square in Manchester | Bildquelle: AP
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Gedenkveranstaltung auf dem Albert Square in Manchester

Newman lobte vor allem die Rettungsdienste und Sicherheitskräfte, die nach der Explosion schnell zur Hilfe geeilt waren. Der Bombenanschlag löste eine Massenpanik junger Konzertbesucher aus. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich. Allerdings sagte US-Geheimdienstdirektor Dan Coats, dass die Verbindung zum IS noch nicht verifiziert worden sei.

Auch in Deutschland wird der Opfer des Terroranschlags gedacht. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere ordnet für heute bundesweite Trauerbeflaggung an. Dies geschehe "als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität", teilt das Ministerium mit.

Sicherheit beim Kirchentag

Zugleich werden die Sicherheitskonzepte für bevorstehende Großveranstaltungen überprüft - etwa den Kirchentag, der heute Abend in Berlin startet. Am Samstag steht in der Hauptstadt zudem das DFB-Pokalfinale an. Berlins Innensenator Andreas Geisel sieht die Stadt aber gut gerüstet. Geplant sei der Einsatz von 6000 Polizisten, sagt der SPD-Politiker im rbb. Das Sicherheitskonzept sei so aufgestellt, "damit wir auf solche Fälle wie jetzt in Manchester vorbereitet sind".

Auch in Frankreich wird der Anschlag in Manchester mit Sorge betrachtet. Die Regierung in Paris will den nach den IS-Anschlägen von 2015 verhängten Ausnahmezustand bis zum 1. November verlängern. Das kündigt das Präsidialamt an. In den kommenden Wochen würden zudem neue Sicherheitsmaßnahmen und -gesetze vorbereitet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Mai 2017 um 11:00 Uhr.

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