Paul Manafort | Bildquelle: REUTERS

Trumps Ex-Wahlkampfmanager Jury spricht Manafort schuldig

Stand: 22.08.2018 00:18 Uhr

Der Ex-Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist wegen Steuer- und Bankenbetrugs schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen gaben ihre Entscheidung zu insgesamt acht der 18 Anklagepunkte bekannt.

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist in einem Prozess wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs in acht der 18 Anklagepunkte schuldig gesprochen worden. Die Jury habe ihre Entscheidung dem Gericht in Alexandria mitgeteilt, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Der 69-Jährige hatte auf nicht schuldig plädiert. In zehn Anklagepunkten konnten sich die Geschworenen auf kein Urteil verständigen. Manafort droht damit eine Haftstrafe, die ihn für den Rest seines Lebens hinter Gitter bringen könnte. Die Höchststrafe beträgt 80 Jahre Gefängnis.

15 schwarze Auslandskonten

Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, den Finanzbehörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine machte. Außerdem ging es darum, dass er Banken belogen haben soll, um Kredite in Höhe von 20 Millionen US-Dollar (17 Millionen Euro) zu bekommen.

Manaforts langjähriger Mitarbeiter und Weggefährte Rick Gates hatte den Angeklagten in dem Prozess schwer belastet. Er sagte, er habe gemeinsam mit seinem Chef 15 schwarze Auslandskonten unterhalten. Auf Anweisung des Beschuldigten habe er von dort Geld an Manafort geschickt, das als Darlehen statt als Einkommen deklariert gewesen sei, um Steuern zu hinterziehen.

Manafort leitete Trumps Wahlkampf

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess dargelegt, dass Manafort mit Überweisungen von den Konten teure Kleidung, Autos und Häuser gekauft hatte. Manaforts Verteidigung hatte Gates die Schuld an den illegalen Vereinbarungen gegeben. Gates hatte in dem Prozess zugegeben, dass er Geld aus der Firma unterschlagen hatte.

Manafort leitete von Juni bis August 2016 den Wahlkampf Trumps. Der Lobbyist und Politikberater war dabei unter anderem für den wichtigen Parteitag zuständig, bei dem sich der Republikaner die Nominierung seiner Partei sicherte.

Trump distanziert sich

Präsident Trump versuchte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Urteils zu distanzieren: "Es tut mir sehr leid für Paul Manafort", sagte er, "Es hat nichts mit mir zu tun". Einen Zusammenhang mit einer etwaigen russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 sehe er nicht.

Manafort ist ein langjähriger Berater der konservativen US-Republikaner, der zuvor bereits für andere Präsidenten arbeitete, darunter Ronald Reagan und George Bush. Der 69-Jährige muss sich ab September in einem weiteren Prozess verantworten. In dem Verfahren in der Bundeshauptstadt Washington werden ihm unter anderem Geldwäsche, Falschaussage und kriminelle Verschwörung vorgeworfen. Auch in diesem Fall hat Manafort auf nicht schuldig plädiert.

Was bedeutet der Manafort-Prozess für Trump?
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.08.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 21. August 2018 um 22:15 Uhr. Am 22. August 2018 berichtete die tagesschau u.a. um 06:00 Uhr und 06:30 Uhr.

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