Paul Manafort, Ex-Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump | Bildquelle: AFP

Ex-Wahlkampfchef will mit Justiz kooperieren "Erheblicher Erfolg für Sonderermittler"

Stand: 15.09.2018 01:40 Uhr

Neuer Rückschlag für US-Präsident Trump in der Russland-Affäre: Sein Ex-Wahlkampfchef, Manafort, ist nun doch bereit, bei den Ermittlungen zu möglichen Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau zu kooperieren.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Er hat sich lange geweigert, aber jetzt hat sich der frühere Wahlkampf-Manager des US-Präsidenten Donald Trump, Paul Manafort, doch auf einen Deal eingelassen. Er erklärte sich in zwei Fällen für schuldig und zeigte sich bereit, mit Sonderermittler Robert Mueller zusammenzuarbeiten.

Manaforts Anwalt Kevin Downing sagte: "Er wollte sicherstellen, dass seine Familie in Sicherheit bleiben und ein gutes Leben führen kann. Er hat Verantwortung für Dinge übernommen, die Jahre zurückliegen. Daran sollte sich jeder erinnern."

Eine Begründung für den Sinneswandel seines Mandanten lieferte der Anwalt nicht. Klar ist aber: Manafort ist 69 Jahre alt, ihm drohen mehrere Jahre Haft. In seinem ersten Verfahren wurde er bereits wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrug schuldig gesprochen.

Jetzt stand er vor seinem zweiten Verfahren, bei dem es um Verschwörung gegen die USA und Behinderung der Justiz gehen sollte. Mit dem Deal hat er diesen Prozess abgewendet und kann hoffen, dass seine Haftstrafe erheblich verringert wird.

Paul Manafort mit Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: REUTERS
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Ein Bild aus besseren Tagen: Manafort und Trump während einer Wahlkampfveranstaltung

Umstrittenes Treffen im Trump-Tower

In beiden Fällen geht es nicht um Manaforts Arbeit für Trump, sondern um Ereignisse, die länger zurückliegen. Manafort hatte lange in der Ukraine gearbeitet. Als Berater von prorussischen Politikern hatte er Millionen US-Dollar verdient.

Das Weiße Haus beeilte sich zu erklären, Manaforts Schuldbekenntnis habe mit Trump absolut nichts zu tun. Es gebe keine Verbindungen zum Präsidenten oder zu seinem erfolgreichen Wahlkampf 2016. Konservative Kommentatoren wie der Radiomoderator Todd Schnitt erklärten: "Er wurde bloßgestellt wegen der weitreichenden Mueller-Untersuchungen. Präsident Trump hat nichts damit zu tun. Der Deal, den Manafort gerade mit den Anklägern gemacht hat, belastet den Präsidenten auf keine Weise." Es gebe keine Verwicklung.

Entscheidend wird sein, welche Informationen Manafort Sonderermittler Mueller bieten kann. Mueller soll ja untersuchen, ob das Trump-Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet hat. Manafort leitete Trumps Wahlkampf zwar nur wenige Monate lang. In diese Zeit fiel aber zum Beispiel ein umstrittenes Treffen im Trump-Tower mit russischen Anwälten.

"Manafort hat im Prinzip alles gestanden"

Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff sagte im US-Sender CNN: "Das ist ein erheblicher Erfolg für den Sonderermittler. Manafort hat im Prinzip alles gestanden, ist bereit zur Kooperation. Das Team kann sich jetzt auf andere Dinge konzentrieren. Je nachdem, wie umfangreich die Kooperations-Vereinbarung ist, kann er viel dazu beitragen, die mögliche Zusammenarbeit von Trumps Team und Russland zu beleuchten."

Im ersten Prozess hatte sich Manafort noch geweigert, mit den Anklägern einen Deal einzugehen. Dafür hatte Präsident Trump ihn gelobt. Trump schrieb damals, Manafort sei anders als andere nicht eingeknickt. Er habe Respekt für einen mutigen Mann. Das war in Trumps Umfeld so interpretiert worden, dass er durchaus bereit sei, Manafort zu begnadigen.

Über dieses Thema berichteten am 15. September 2018 MDR aktuell um 05:08 Uhr und B5 aktuell um 06:07 Uhr.

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