Paul Manafort | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX/Shutterst

Ex-Wahlkampfchef will mit Justiz kooperieren "Erheblicher Erfolg für Sonderermittler"

Stand: 15.09.2018 01:41 Uhr

Neuer Rückschlag für US-Präsident Trump in der Russland-Affäre: Sein Ex-Wahlkampfchef, Manafort, ist nun doch bereit, mit den Ermittlungen zu möglichen Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau zu kooperieren.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Der bereits wegen Finanzvergehen verurteilte frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, hat sich in einem weiteren Verfahren in zwei Punkten schuldig bekannt. Vor einem Bundesgericht in Washington unterzeichnete er eine Erklärung zur Kooperation. Demnach will er vor Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre aussagen.

Die Vorwürfe gegen Manafort wiegen schwer - die Staatsanwaltschaft spricht von Geldwäsche, Falschaussage und krimineller Verschwörung. Die aufgrund der Recherchen des Mueller-Teams verfasste Anklage wirft ihm unter anderem vor, ohne vorschriftsmäßige Anmeldung für den damaligen pro-russischen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, gearbeitet zu haben. Die daraus resultierenden Einnahmen in Höhe von vielen Millionen Dollar habe er über mehrere Unternehmen in und außerhalb der Vereinigten Staaten gewaschen, heißt es in der Anklageschrift. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Manafort sprach sich in zwei Punkten schuldig: der Verschwörung gegen die USA und einer Verschwörung zur Justizbehinderung. Fünf andere Anklagepunkte wurden als Teil des Abkommens fallen gelassen.

Mit angeklagt ist der Politikberater Rick Gates. Beide Angeklagte hatten zunächst auf "nicht schuldig" plädiert. Später sagte Gates gegen Manafort aus und belastete sich gleichzeitig selbst. Da Manafort nun kooperiert, bleibt ihm ein weiteres Verfahren, das kommende Woche beginnen sollte, nun erspart. Voraussetzung ist, dass das Gericht die Vereinbarung zwischen Manafort und der Staatsanwaltschaft absegnet.

Paul Manafort mit Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: REUTERS
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Ein Bild aus besseren Tagen: Manafort und Trump während einer Wahlkampfveranstaltung

Einst ein enger Vertrauter Trumps

Manafort leitete von Juni bis August 2016 den Wahlkampf Trumps. Der Lobbyist und Politikberater war dabei unter anderem für den wichtigen Parteitag zuständig, bei dem sich Trump die Nominierung seiner Partei sicherte.

Die Russland-Affäre stellt für Trump eine schwere Belastung seiner Präsidentschaft dar. Er bestreitet jegliche Absprachen mit Moskau über die Hackerattacken auf das Umfeld seiner früheren Wahlkampfrivalin Hillary Clinton. Die diesbezüglichen Ermittlungen prangert Trump als politisch motivierte "Hexenjagd" an.

Weißes Haus reagiert gelassen

Die gegen den 69-Jährigen vorgebrachten Anklagepunkte richten sich allerdings nicht auf den Verdacht, Trumps Wahlkampfteam könnte illegal mit Moskau kooperiert haben, sondern auf Manaforts frühere Lobbyistentätigkeit. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Manaforts Aussagen neue Informationen zur Russland-Affäre ans Licht bringt.

Das Weiße Haus reagierte in einem ersten Statement gelassen: Dass Manafort sich schuldig erklärt habe, habe nichts zu tun mit dem Präsidenten und seinem großartigen Sieg bei der Präsidentenwahl 2016, erklärte Sprecherin Sarah Sanders.

Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort ist bereit zur Kooperation
Jan Bösche, ARD Washington
15.09.2018 08:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. September 2018 um 19:00 Uhr.

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