Demonstranten vor dem Bürogebäude des Premierministers | Bildquelle: REUTERS

Malta nach Mord an Journalistin Demonstranten stürmen Muscats Amtssitz

Stand: 09.12.2019 11:55 Uhr

In Malta haben Demonstranten den Amtssitz von Premierminister Muscat gestürmt. Sie fordern im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an der Journalistin Caruana Galizia seinen sofortigen Rücktritt.

Etwa 40 Aktivisten mit Trommeln, Pfeifen, Fahnen und Megafonen überrumpelten die Sicherheitskräfte, drangen über einen Seiteneingang in den Amtssitz von Premierminister Joseph Muscat in der Hauptstadt Valletta ein und blockierten den Zugang. Sie forderten von Muscat, sofort zurückzutreten. Im Fall des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia wird ermittelt.

Muscat kündigte Rücktritt an

Der Mord zog Kreise bis in die Regierung. Die Menschen in Malta gehen deshalb immer wieder auf die Straßen. Sie werfen der Führung ihres Landes Korruption vor und verlangen Gerechtigkeit für Caruana Galizia.

Demonstranten auf Malta | Bildquelle: REUTERS
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Auch gestern demonstrierten wieder Tausende Einwohner gegen Korruption.

Muscat zog Konsequenzen und kündigte seinen Rücktritt nach der Wahl eines Nachfolgers seiner Labour-Partei für Mitte Januar an. Eine Verbindung zum Mordfall Caruana Galizia wolle er aber nicht herstellen, sagte er.

Bericht über Korruption

Die Journalistin war im Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet worden. Sie hatte an einem Bericht über Korruption gearbeitet und die Existenz einer verborgenen Offshore-Firma aufgedeckt. Unter anderem Muscats Ex-Stabschef Keith Schembri soll in den Fall verwickelt oder zumindest ein Mitwisser gewesen sein. Er ist deswegen zurückgetreten, weist aber alle Vorwürfe zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2019 um 11:00 Uhr.

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