Wrackteile eines Ultraleichtflugzeugs liegen nach einer Kollision in der Nähe der Absturzstelle auf Mallorca. | Bildquelle: dpa

Kollision auf Mallorca Viele Fragen nach Flugzeugunglück

Stand: 26.08.2019 14:11 Uhr

Sieben Tote, darunter eine deutsche Familie: Nach der Kollision eines Hubschraubers mit einem Leichtflugzeug über Mallorca rätseln die Behörden, wie es zu der Kollision kommen konnte.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Es sollte ein besonderes Ereignis werden, der Geburtstag eines deutschen Familienvaters. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern wollte er Mallorca von oben sehen - aus einem Hubschrauber heraus.

Die Familie aus München charterte einen Helikopter am Flugplatz Son Bonet bei Palma. Doch die Tour endete in einer Katastrophe: Bei Inca, rund 20 Kilometern vom Flugplatz entfernt, kollidierte der Hubschrauber in der Luft mit einem Ultraleichtflugzeug. Beide Maschinen fingen Feuer und stürzten ab.

Auch Deutsche unter den Opfern bei der Flugkollision auf Mallorca
tagesschau 15:00 Uhr, 26.08.2019

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Wrackteile bis zu einem Kilometer verteilt

Carmen Oses, die stellvertretende Bürgermeisterin von Inca, sagte im spanischen Fernsehen: "Auf den Grundstücken verschiedener Privathäuser kamen die Wrackteile der Maschinen herunter - verteilt in einem Umkreis von etwa 700 Metern bis zu einem Kilometer." Zum Glück, so die Bürgermeisterin, fielen die Wrackteile nicht auf Häuser. Dann hätte man möglicherweise noch Opfer am Boden zu beklagen gehabt.

Antonia hat den Zusammenstoß mit angesehen, ihr gehört eines der Grundstücke nahe der Unglücksstelle. Sie erzählt, die beiden Maschinen seien etwa auf gleicher Höhe aufeinander zugesteuert.

"Das Kleinflugzeug versuchte noch etwas an Höhe zu gewinnen. Die Piloten hatten sich offenbar gesehen. Doch dann stieß der Hubschrauber mit dem hinteren Teil des Flugzeugs zusammen und krachte hinunter. Das Flugzeug erst ein paar Meter weiter. Hier bei mir liegen die Wrackteile des Hubschraubers."

Wrackteile des Kleinflugzeuges liegen bei Inca auf Mallorca | Bildquelle: dpa
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Wrackteile des Kleinflugzeuges liegen bei Inca auf Mallorca

Warum flogen beide Maschinen auf gleicher Höhe?

Eine entscheidende Frage bei der Suche nach der Unglücksursache dürfte lauten: Warum flogen Hubschrauber und Ultraleichtflugzeug auf gleicher Höhe, etwa auf 300 Metern, und sahen sich gegenseitig nicht früher. Offenbar liegt Inca in einem Gebiet, das in solch niedrigen Flughöhen nicht vom Tower des Flughafen Palmas überwacht wird - kleine Maschinen fliegen hier auf Sicht.

Der Betreiber des Hubschraubers, das Unternehmen Rotorflug aus Friedrichsdorf bei Frankfurt, kann sich bisher nicht erklären, wie es zu dem Crash kommen konnte. Die Firma verweist lediglich darauf, dass die spanischen Behörden und das Luftfahrtbundesamt die Ermittlungen aufgenommen haben. Rotorflug hat eine Basis auf dem Flugplatz Son Bonet bei Palma und bietet zum Beispiel Inselrundflüge an. Ein solches Angebot hat die deutsche Familie offenbar genutzt.

Dass aus dem Sonntagsausflug eine Tragödie wurde, erschüttert Mallorca. Balearen-Präsidentin Francina Armengol kündigte eine dreitägige Trauer an. Außerdem hielten öffentliche Einrichtungen am Morgen eine Schweigeminute ab.

Wrackteile eines Ultraleichtflugzeugs liegen nach einer Kollision in der Nähe der Absturzstelle auf Mallorca | Bildquelle: AFP
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Die Wrackteile liegen bis zu einem Umkreis von einem Kilometer verteilt.

Schwarzer Tag für die mallorquinische Luftfahrt

Spaniens Ministerpräsident Sanchez schrieb auf Twitter: "Meine Solidarität und mein Beileid für die Familien der Opfer dieses tragischen Unfalls". Neben der deutschen Familie wurden der italienische Hubschrauber-Pilot und die beiden Insassen des Ultraleichtflugzeuges getötet, zwei Spanier.

Mallorquinische Zeitungen schreiben von einem schwarzen Tag für die Luftfahrt der Insel: Bisher galt ein Flugunfall 1959 mit fünf Todesopfern als der schlimmste Mallorcas. Nun ist es dieses Unglück bei Inca, bei dem sieben Menschen ihr Leben verloren.

Vier Deutsche unter den Opfern des Flugunfalls auf Mallorca
Oliver Neuroth, ARD Madrid
26.08.2019 13:17 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 26. August 2019 die tagesschau um 09:00 Uhr und NDR Info um 12:38 Uhr.

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