Der Übergangsrat in Mali | Bildquelle: AP

Nach Putsch Einigung auf Übergangsregierung in Mali

Stand: 13.09.2020 09:07 Uhr

Im westafrikanischen Mali hat die Militärjunta einer 18-monatigen Übergangsregierung zugestimmt. Sie soll Wahlen vorbereiten und das Land aus der Krise führen. Der Interims-Staatschef wird indirekt vom Militär bestimmt.

Drei Wochen nach dem Militärputsch im westafrikanischen Mali haben die Gespräche über eine politische Übergangslösung zu Ergebnissen geführt. Etwa 500 Vertreter politischer und zivilgesellschaftlicher Gruppen einigten sich auf Pläne für eine 25-köpfige Übergangsregierung, die den zerrütteten Staat in den kommenden 18 Monaten aus der Krise führen und neue Wahlen vorbereiten soll.

Interims-Staatschef wird vom Militär bestimmt

Der Präsident der Übergangsregierung sowie sein Stellvertreter werden dem Plan zufolge von einem Gremium ausgewählt, das die Militärjunta berufen darf. Wann das geschehen soll, blieb auch nach Abschluss der mehrtägigen Verhandlungen offen. Auch ein Übergangsrat mit 121 Teilnehmern aus den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen des Landes ist vorgesehen. Vereinbart wurde zudem, dass sich nach Ablauf der 18 Monate weder der Interims-Staatschef noch sein Vize in ein öffentliches Amt wählen lassen dürfen.

Präsident bei Militärputsch abgesetzt

Das Militär hatte sich im August an die Macht geputscht, Ex-Präsident Ibrahim Boubacar Keïta festgenommen und ihn zum Rücktritt gezwungen. Erst Tage später wurde er freigelassen.

Keïta war 2013 an die Macht gekommen, nachdem in der Folge eines Militärputsches der Norden des Landes vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten war.

Mehrere Terrorgruppen im Land aktiv

Heute sind noch immer mehrere Terrorgruppen in Mali aktiv, einige haben den Extremisten des "Islamischen Staats" (IS) oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Treue geschworen. In dem Land laufen zwei EU-Einsätze sowie eine UN-Militärmission, an denen sich auch Deutschland beteiligt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. September 2020 um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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