Wahlkampf für Präsident Keïta in Mali | Bildquelle: MOHAMED MESSARA/EPA-EFE/REX/Shut

Präsidentschaftswahl in Mali "Wählen, damit sich etwas verändert"

Stand: 29.07.2018 05:09 Uhr

Konflikte mit Islamisten und Spannungen zwischen Volksgruppen, dazu weit verbreitete Armut - Malis Führung muss enorme Probleme lösen. Nun stellt sich Präsident Keïta der Wiederwahl.

Von Caroline Hoffmann, ARD-Studio Nairobi

Bessere Bildungschancen für ihre Kinder, eine Arbeit und vor allem Sicherheit. Das wünschen sich die Menschen auf den Straßen von Bamako von ihrem neuen Präsidenten, den sie an diesem Sonntag wählen können.

Seydou Camara managt einen großen Parkplatz in der Stadt: "Die Regierung muss sich endlich um die Bildung kümmern", sagt er. "Die Abschlüsse hier haben keinen Wert. Damit finden die Leute keine Arbeit." Auch Moussa Koita hofft, dass es bald mehr Arbeitsplätze für die jungen Malier gibt. "Doch das Wichtigste ist ganz klar die Sicherheit im Land."

Präsidentschaftswahlen in Mali
tagesschau 20:00 Uhr, 29.07.2018, Caroline Hoffmann, ARD Nairobi

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Die Lage ist desolat. Als der amtierende Präsident Ibrahim Boubacar Keïta vor fünf Jahren angetreten war, hatte er den Maliern endlich Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung versprochen. Doch Mali kommt nicht zur Ruhe.

Jetzt bewirbt sich Keïta um seine Wiederwahl. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich. 23 Kandidaten treten gegen ihn an. Sein wichtigster Herausforderer ist Oppositionsführer Soumaila Cisse. Aber viele Beobachter räumen dem amtierenden Präsidenten die größten Chancen ein.  

Der malische Präsident Keita | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Keïta stellt sich der Wiederwahl.

Konflikte mit Islamisten und zwischen Volksgruppen

Im Jahr 2012 eroberte eine Allianz aus Tuareg-Rebellen und islamistischen Kämpfern den Norden Malis. Die französische Armee griff ein und drängte die Islamisten zurück. 2015 wurde ein Friedensvertrag geschlossen, den die UN-Friedenstruppen im Land, als Teil der Mission MINUSMA, überwachen sollen. Fast 900 deutsche Soldaten sind beteiligt. Der Einsatz gilt als der gefährlichste der Bundeswehr. Außerdem sind weiterhin französische Truppen im Land, die Islamisten bekämpfen.

Doch der Frieden in Mali ist brüchig und Ruhe kehrt nicht ein. Im ganzen Land kommt es immer wieder zu Angriffen. Anfang Juli beispielsweise wurden französische und malische Truppen in der Stadt Gao attackiert. Vier Menschen wurden getötet, mehr als 20 wurden verletzt. Insgesamt kamen im ersten Halbjahr 2018 nach Angaben der zivilgesellschaftlichen Webseite Malilink 932 Menschen ums Leben.

Radikale Islamisten kontrollieren viele Gebiete des Landes, verdienen Geld mit Entführungen und Drogenschmuggel. In Zentrum Malis vermischen sich Angriffe mit Spannungen zwischen den Volksgruppen. Ein Konflikt, der von der bisherigen Regierung lange vernachlässigt wurde.

Soldaten sichern Straßen in der Hauptstadt Bamako | Bildquelle: AFP
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Die Sicherheitslage ist aufgrund von Islamisten und Spannungen zwischen den Volksgruppen fragil.

Verwaltung instandgesetzt, aber keine Wirtschaftsstrategie

Auch die versprochene wirtschaftliche Verbesserung für viele der 18 Millionen Einwohner ist ausgeblieben. Mali gehört immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Fast jeder Zweite lebt von weniger als einem Euro pro Tag. Dabei gibt es durchaus Ressourcen im Land, denn Mali ist reich an Rohstoffen und einer der größten Goldproduzenten Afrikas.

Die Regierung von Präsident Keïta habe in den letzten fünf Jahren für das Nötigste gesorgt, sagt Paul Melly vom Afrika-Programm des "Chatham House" in London. Die öffentliche Verwaltung sei instandgesetzt worden. Wirtschaft und Staatsfinanzen seien stabil.

Ein Bundeswehr-Soldat in Mali | Bildquelle: dpa
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Die Bundeswehr ist im Rahmen eines UN-Einsatzes in Mali

Aber die Regierung habe nie eine starke Führungsrolle im Friedensprozess und bei der Wiederherstellung des Landes übernommen. "Der Präsident hat bisher außerdem keine schlüssige und nachhaltige Strategie für die Wirtschaft und Entwicklung Malis vorgelegt", sagt Melly. Die neue Regierung müsse sich stärker engagieren. "Mehr politisches Engagement, mehr Vermittlung in den Gemeinden, um die Krise in Zentralmali zu entschärfen und das Friedensabkommen im Norden zu stärken."

In Bamako hofft Seydou Camara, dass die Leute überhaupt von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen, und wählen gehen. "Du musst Dein Recht wahrnehmen und Dich nicht beeinflussen lassen, damit sich endlich etwas verändert in Mali."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juli 2018 um 04:00 Uhr.

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