Nigerianischen Soldaten in der Grenzregion mit dem Niger (Archivbild). | AFP

Mali und Niger Mindestens 140 Tote bei Terroranschlägen

Stand: 05.12.2021 12:53 Uhr

In Westafrika hat es in den vergangenen Tagen mehrere blutige Terroranschläge gegeben. In Mali und Niger wurden dabei mindestens 140 Menschen getötet. Die Regierungen und das Militär bekommen die Lage nicht unter Kontrolle.

In Mali und Niger sind bei Angriffen mutmaßlich islamistischer Rebellen etwa 140 Menschen getötet worden. Alleine 79 Angreifer und 29 Soldaten starben, als Rebellen eine internationale Armeebasis im westafrikanischen Krisenstaat Niger zu stürmen versuchten.

Die Bewaffneten seien am Samstag mit "Hunderten" Motorrädern auf den Stützpunkt in der Region Tillabéri zugefahren, sagte ein Armeesprecher. Es handelte sich um eine Basis der G5-Sahel, in der Mauretanien, der Niger, Tschad, Mali und Burkina Faso gemeinsam gegen Aufständische in der Sahelregion kämpfen.

Terroristen haben sich noch nicht bekannt

Zuvor waren bei einer Terrorattacke auf einen mit Dutzenden Menschen besetzten Lastwagen in Mali mindestens 31 Menschen getötet worden. Mindestens 17 weitere Menschen wurden bei einem Angriff bewaffneter Männer am Freitag nahe der Ortschaft Songho verletzt, wie die malische Übergangsregierung am Samstag mitteilte.

Die Opfer waren unterwegs zu einem Markt in der Stadt Bandiagara im Zentrum des westafrikanischen Krisenstaats, der seit 2012 drei Militärputsche durchlitten hat. Zu den beiden Angriffen bekannte sich zunächst niemand.

Bundeswehr mit 1300 Soldaten vor Ort

Im Tschad, im Niger und in anderen Sahel-Ländern sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben sich dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verpflichtet. Auch andere islamistische oder ethnisch organisierte Milizen sind aktiv.

In Mali hat Deutschland noch rund 1300 Soldatinnen und Soldaten stationiert. Etwas mehr als 300 sind für die europäische Ausbildungstruppe EUTM Mali abgestellt, die anderen für den UN-Stabilisierungseinsatz MINUSMA. In dem Land sind wegen einer Dürre zurzeit mehr als eine Million Menschen von Hunger bedroht.

Die Karte zeigt Westafrika mit Niger und Mali

Regierungen fehlt die Kontrolle

In der ehemaligen französischen Kolonie mit ihren rund 20 Millionen Einwohnern hatte im Mai das Militär die Übergangsregierung entmachtet, die eigentlich bis zur Präsidentenwahl 2022 im Amt sein sollte. Der Putschistenführer Assimi Goïta ließ sich zum neuen Übergangspräsidenten ausrufen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 05. Dezember 2021 um 13:30 Uhr.