Karte: Mali mit der Hauptstadt Bamako

Mali Schweizer Geisel von Islamisten getötet

Stand: 09.10.2020 22:54 Uhr

Islamisten in Mali haben offenbar eine Schweizerin umgebracht, die sie vier Jahre als Geisel gehalten hatten. Über den Tod der Missionarin soll eine erst kürzlich freigelassene Französin die Behörden informiert haben.

Eine in Mali von Islamisten festgehaltene Schweizerin ist offenbar von ihren Entführern getötet worden. Die französischen Behörden hätten die Schweizer Behörden darüber informiert, dass die Geisel tot sei, teilte das Außenministerium in Bern mit.

Die Frau sei mutmaßlich von Entführern der Dschihadistengruppe GSIM umgebracht worden. "Mit großer Betroffenheit habe ich vom Tod unserer Mitbürgerin erfahren", erklärte Bundesrat Ignazio Cassis. Er verurteilte "diese grausame Tat" und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Demnach hatten die französischen Behörden von der kürzlich in Mali freigelassenen Französin Sophie Pétronin von der Ermordung der Schweizerin erfahren. Die genauen Umstände der Tötung sind unklar.

Wie das Schweizer Fernsehen (SRF) unter Berufung auf das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) meldet, handelt es sich bei dem Opfer um eine Missionarin aus Basel, die vor vier Jahren entführt wurde.

Drei Geiseln freigelassen

Malische Entführer hatten diese Woche die Französin Pétronin sowie zwei italienische Geiseln freigelassen. Pétronin war an Heiligabend 2016 von bewaffneten Männern im nordmalischen Gao verschleppt worden. Nach Angaben der Regierung im westafrikanischen Mali wurde die Entwicklungshelferin ebenso wie die anderen Geiseln von der Dschihadistengruppe GSIM festgehalten, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet ist.

In dem in der Sahelzone gelegenen Mali sind verschiedene Islamisten-Gruppen aktiv. 2012 hatten sie die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen und waren weiter vorgerückt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Extremisten vorübergehend zurück.

Auch die Bundeswehr ist im Rahmen der UN-Stabilisierungsmission Minusma und der EU-Ausbildungsmission EUTM in Mali im Einsatz. Trotz der Präsenz Tausender internationaler Soldaten ist die Lage höchst instabil.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Oktober 2020 um 00:00 Uhr.

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