Ein Kampfhubschrauber des Typs "Tiger" landet am 25.03.2017 erstmals in Gao, Mali. | Bildquelle: dpa

UN-Mission in Mali Deutsche Soldaten tödlich verunglückt

Stand: 27.07.2017 08:17 Uhr

Nach dem Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers in Mali hat Verteidigungsministerin von der Leyen sorgfältige Ermittlungen angekündigt. Zwei deutsche Soldaten waren bei dem Absturz ums Leben gekommen. Die Ursache des Absturzes ist noch unklar.

Wenige Stunden nach dem Absturz eines Kampfhubschraubers der Bundeswehr in Mali ist klar: Die beiden deutschen Soldaten an Bord haben den Absturz nicht überlebt. Das bestätigte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie erklärte:

"Der Tod dieser Männer im Dienste unseres Landes trifft uns alle tief, und er macht uns unendlich traurig. Den Familien und Angehörigen möchte ich sagen, wir sind in dieser bitteren Stunde an Ihrer Seite und trauern mit Ihnen."

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen | Bildquelle: ZB
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Der Tod der beiden Soldaten "trifft uns alle tief und macht uns unendlich traurig", so von der Leyen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sie gebeten, ihr tief empfundenes Mitgefühl zu übermitteln, so von der Leyen weiter. Sie kündigte sorgfältige Ermittlungen des Vorfalls an.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Außenminister Sigmar Gabriel zeigten sich tief betroffen.

Experten untersuchen Unglücksursache

Die Ursache des gestrigen Absturzes ist noch unklar. Einen Notruf habe es nicht gegeben, sagte der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle. "Der abgestürzte Hubschrauber ist ausgebrannt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung liegen bisher nicht vor."

Ein Expertenteam der Bundeswehr sei für die Ursachenforschung am Donnerstag in Gao, dabei gehe es unter anderem um die Auswertung des Flugunfallschreibers.

Der Routine-Flugbetrieb der "Tiger" werde bis auf Weiteres ausgesetzt. "Für den Einsatzflugbetrieb werden nur Aufträge ausgeführt, bei denen Leib und Leben einen Einsatz unbedingt erfordern. Die Entscheidung wird in jedem Einzelfall vor Ort getroffen", betonte Rühle.

Plötzlich nach vorne abgekippt

Nach Informationen des "Spiegel" geht die Bundeswehr von einem massiven technischen Defekt aus. Der Bundeswehr-Pilot eines zweiten Hubschraubers, der unmittelbar hinter der Unglücksmaschine geflogen sei, habe bereits zum Absturz ausgesagt. Demnach sei der "Tiger" vor ihm urplötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne abgekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen.

Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs in New York hatte zuvor erklärt, der "Tiger"-Hubschrauber sei bei der Beobachtung von Kampfhandlungen am Boden in der Region Gao abgestürzt.

Gefährlicher UN-Einsatz

Der Hubschrauber und die Besatzungsmitglieder waren im Auftrag der UN-Friedensmission "Minusma" im Einsatz.

"Minusma" soll zur Stabilisierung Malis und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Nach Angaben der Bundeswehr umfasst sie derzeit rund 13 000 Blauhelm-Soldaten und knapp 2000 Polizisten. Die Bundeswehr kann sich mit bis zu 1000 Soldaten an dem Einsatz beteiligen, das Mandat erlaubt auch den Einsatz von Waffen.

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden.

Gefährlichster Bundeswehr-Einsatz

Der Bundestag hatte im Januar beschlossen, den deutschen Einsatz in Mali auszuweiten. Demnach können sich bis zu 1000 deutsche Soldaten an "Minusma" beteiligen. Zurzeit befinden sich etwa 875 Bundeswehrsoldaten in Mali.

"Minusma" gilt als derzeit gefährlichster Einsatz der Bundeswehr. Extremisten greifen dort immer wieder UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Gruppierungen wie Al Kaida terrorisieren den Norden Malis schon lange. Es kommt aber auch zu Anschlägen im Zentrum und Süden, etwa im November 2015, als Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako angriffen und rund 20 Menschen töteten.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 26. Juli 2017 um 22:15 Uhr.

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