Menschen bejubeln den Sieg von Präsidentschaftskandidaten Solih | Bildquelle: dpa

Malediven Überraschender Sieg der Opposition

Stand: 24.09.2018 11:33 Uhr

Seit 2013 ist der autoritär regierende Abdul Yameen Präsident der Malediven. Jetzt wird er wohl abgelöst. Bei der Wahl konnte sich Oppositionskandidat Solih gegen Yameen durchsetzen.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Bei einer überraschend hohen Wahlbeteiligung von rund 88 Prozent haben die Menschen auf den Malediven einen demokratischen Machtwechsel herbeigeführt. Nach Auszählung fast aller Stimmen hat der Kandidat der Opposition, Ibrahim Mohammed Solih, bei den Präsidentschaftswahlen mehr als 58 Prozent der Stimmen erhalten. Amtsinhaber Abdul Yameen erhielt nur rund 42 Prozent.

Mohamed Solih | Bildquelle: AP
galerie

Oppositionskandidat Solih erklärte sich schon zum Sieger

Solih, der als Kandidat eines Bündnisses von Oppositionsparteien ins Rennen gegangen war, erklärte sich noch vor der Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses zum Sieger: "Das ist ein Moment des Glücks und der Hoffnung. Für viele von uns war das ein langer und schwieriger Weg, der mit Gefängnis und Exil verbunden war. Aber dieser Weg endete an den Wahlurnen. Das Volk hat gesprochen, und es hat sich für den Wandel ausgesprochen."

Oppositionskandidat gewinnt Präsidentenwahl auf den Malediven
tagesschau24 11:00 Uhr, 24.09.2018, Konstanze Beckmann, ARD-aktuell

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Demokratie stärken und Menschenrechte garantieren

Angesichts der Verfolgung von Oppositionellen während der Regierungszeit von Yameen gab es Zweifel, dass es eine freie und faire Wahl werden könnte. Noch am Abend vor der Wahl hatte es eine Razzia im Wahlkampfbüro des Oppositionskandidaten Solih gegeben. Nach seinem Wahlsieg rief er Yameen dazu auf, einen friedlichen Machtwechsel zu ermöglichen.

Die Botschaft dieser Wahl sei eindeutig, sagte Solih. Die Menschen auf den Malediven wollten einen Wechsel. Sie würden in den nächsten fünf Jahren die Demokratie stärken und die Menschenrechte garantieren. Sie würden eine friedliche und gerechte Gesellschaft aufbauen. Solih sagte, er werde der Präsident aller Einwohner der Malediven sein.

Wähler sehnen sich nach Freiheit

Abdulla Yameen | Bildquelle: REUTERS
galerie

Amtshinhaber Yameen erhielt nur rund 42 Prozent der Stimmen

Größere Zwischenfälle während der Wahl wurden nicht bekannt. Weil es zu langen Wartezeiten an den Wahllokalen gekommen war, wurden diese drei Stunden später geschlossen als ursprünglich vorgesehen.

Viele der Wähler, die in den Warteschlangen vor den Wahlurnen standen, sehnten sich vor allem nach mehr Freiheit: "Ich bin hier für meine Freiheit. Wählen ist doch Freiheit und ich hoffe, ich freue mich darauf, ebenso wie viele andere, meine Freiheit wiederzubekommen."

Machtwechsel hätte einige Konsequenzen

Ein Machtwechsel in dem Inselstaat hätte nicht nur innenpolitische, sondern durchaus auch geopolitische Konsequenzen. Der bisherige Präsident pflegte enge Beziehungen zu China. Wahlsieger Solih gilt als enger Vertrauter von Mohamed Nasheed, dem ersten frei gewählten Präsidenten der Malediven, der heute im Exil auf Sri Lanka lebt. In dessen Amtszeit von 2008 bis 2012 pflegten die Malediven noch enge Beziehungen zum Nachbarn Indien.


Präsidentschaftswahl auf den Malediven
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
24.09.2018 09:56 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. September 2018 um 11:00 Uhr.

Darstellung: