Ein Flüchtlingskind aus Burundi sitzt unter einem Moskitonetz gegen Malaria. | Bildquelle: dpa

Immunisierung von Mücken Neue Hoffnung im Kampf gegen Malaria

Stand: 12.05.2020 03:07 Uhr

Malaria ist nach wie vor eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. In Kenia haben Forscher jetzt eine Möglichkeit entdeckt, Mücken gegen den Erreger zu immunisieren.

Von Antje Diekhans, ARD-Studio Nairobi

Sie sind das gefährlichste Tier Afrikas. Moskitos, beziehungsweise Anopheles Mücken, übertragen den Erreger für Malaria - die häufigste Tropenkrankheit, und nach wie vor eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. Etwa 400.000 Menschen, vor allem Kinder, sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr an Malaria.

Forscher versuchen seit Jahren, einen Impfstoff zu entwickeln - und haben dabei auch erste Erfolge. Doch Wissenschaftler in Kenia haben jetzt einen anderen Weg entdeckt, Malaria einzudämmen.

"Wir haben diese neue Mikrobe in Malaria Moskitos gefunden. Sie macht die Moskitos nicht krank. Aber wenn sie diese Mikrobe in sich tragen, können sie keine andere mehr aufnehmen - das heißt, auch nicht die Erreger, die Malaria übertragen. Moskitos werden so resistent gegenüber Malaria."

Ein Darmpilz soll die Übertragung des Malaria-Erregers durch Mücken stoppen
tagesschau 12:00 Uhr, 12.05.2020, Norbert Hahn, ARD Nairobi

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Wie kann die Mikrobe auf die Mücke übertragen werden?

Doktor Jeremy Herren arbeitet in einem Forschungsinstitut in Kenias Hauptstadt Nairobi. Ein Team von Wissenschaftlern um ihn entdeckte die Mikrobe bei Feldversuchen am Viktoriasee. In der Region in Kenia erkranken besonders viele Menschen an Malaria. Die Mikrobe, ein einzelliger Pilz, könnte Malaria auf natürliche Weise bekämpfen.

"Wir haben zwei Arten von Experimenten gemacht. Wir haben Tausende von Moskitos in der Natur untersucht. Unsere Ergebnisse haben wir wiederum im Labor an Tausenden von Mücken überprüft. Und wir haben keine einzige von ihnen gefunden, die gleichzeitig den Pilz und den Malaria-Erreger in sich trug. Es ist eine 100-prozentige Blockade."

Die Frage ist jetzt: Wie lässt sich die Mikrobe auf Moskito-Populationen übertragen? Ein Weg wäre, die Sporen mit der Nahrung zu verteilen. Anopheles Mücken brauchen immer wieder Zucker und könnten darum an süße Futterstellen gelockt werden, die mit dem Pilz präpariert wurden.

"Als Alternative könnten wir infizierte Mosquitos freilassen. Vor allem männliche. Die können den Malaria-Parasiten zwar nicht übertragen, aber sie könnten die weiblichen Mücken infizieren."

Langfristig immunisierte Moskitos züchten

Weibliche Moskitos, die den Pilz in sich tragen, legen genauso viele Eier wie nicht infizierte Mücken. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit geben sie die Mikroben an ihre Nachkommen weiter. Langfristig ließen sich so Moskitos züchten, die quasi immun gegen Malaria sind. Damit könnten sie den Erreger auch nicht auf Menschen übertragen, sagt Jeremy Herren.

"Das großartige ist meiner Meinung nach: Wenn wir rausgefunden haben, wie wir die Mikroben großflächig verteilen können, kann diese Methode recht kurzfristig Erfolg bringen. Der Pilz würde sich von alleine weiter verbreiten - hoffentlich über einen langen Zeitraum."

Moskitos würden dann zwar immer noch vielen Menschen nachts den Schlaf rauben. Aber die Plagegeister würden niemanden mehr mit den gefährlichen Malaria-Erregern infizieren.

Mikroben - Neue Hoffnung im Kampf gegen Malaria
Antje Diekhans, ARD Nairobi
12.05.2020 06:48 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Mai 2020 um 12:00 Uhr.

Korrespondentin

Darstellung: