Der dänische Erfinder Peter Madsen, aufgenommen im August 2017 während seines ersten Gerichtsverfahrens | Bildquelle: dpa

Berufung zu U-Boot-Mord Madsen scheitert endgültig

Stand: 26.09.2018 16:47 Uhr

Der wegen Mordes verurteilte dänische Erfinder Peter Madsen ist mit seiner Berufung gescheitert. Das Gericht in Kopenhagen bestätigte seine lebenslange Haft. Madsen hatte die Journalistin Kim Wall in einem U-Boot getötet.

Peter Madsen muss lebenslang ins Gefängnis. Ein dänisches Gericht bestätigte das Urteil der Vorinstanz. Madsen war im April wegen Mordes der schwedischen Journalistin Kim Wall zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

"Madsen hatte keine Vorstrafen"

Der 47-Jährige hatte gegen die Höhe seiner Strafe Berufung eingelegt, jedoch nicht gegen die Verurteilung wegen Mordes. Seine Anwältin forderte im Berufungsverfahren eine Haftstrafe zwischen 14 und 16 Jahren. Sie verwies darauf, dass Madsen keine Vorstrafen habe.

Richter Jan Uffe Rasmussen lehnte die Forderung nach einer zeitlich begrenzten Strafe jedoch ab. Staatsanwalt Kristian Kirk Petersen erklärte, dass die Brutalität und die Vorbereitung der Tat die harte Strafe rechtfertigen würden. Er bezeichnete Madsen als einen zynischen, perversen und berechnenden Sexualmörder. Das einzig Richtige sei eine lebenslange Gefängnisstrafe. "Wenn ich Peter Madsen so ansehe, dann komme ich nicht auf eine Strafe, die zu hart sein könnte", sagte Kirk Petersen.

Der dänische Erfinder Peter Madsen | Bildquelle: AFP
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Peter Madsen hatte gegen die Höhe seiner Strafe Berufung eingelegt.

Er soll Journalistin Wall getötet haben

Madsen war im April für schuldig befunden worden, sich an der 30-jährigen Journalstin Wall sexuell vergangen und sie ermordet zu haben. Er selbst beteuert bis heute, Wall sei durch einen Unfall auf seinem selbst gebauten U-Boot ums Leben gekommen und er habe Teile der Leiche in der Ostsee versenkt. Allerdings änderte er seine Aussagen beim Auftauchen neuer Beweise mehrfach. Er hatte den Schuldspruch schließlich akzeptiert, nicht aber das Strafmaß.

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Was war genau geschehen?

Die 30-jährige Wall war am 11. August 2017 nach einem Treffen mit Madsen auf dessen selbstgebautem U-Boot "Nautilus" verschwunden. Madsen präsentierte unterschiedliche Versionen des Geschehens und stritt eine vorsätzliche Gewalttat ab. Unter anderem gab er an, sie sei gestorben, als ihr die Luke des U-Boots auf den Kopf gefallen sei. Ihr später gefundener Schädel wies jedoch keine entsprechenden Verletzungen auf. 

Das private U-Boot "UC3 Nautilus" im Kopenhagener Hafen. | Bildquelle: REUTERS
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Die schwedische Journalistin Kim Wall war auf dem privaten U-Boot "UC3 Nautilus" verschwunden.

Das Gericht sah es schließlich als erwiesen an, dass Madsen Wall sexuell missbrauchte, folterte, auf grausame Weise ermordete, ihre Leiche zerstückelte und im Meer verschwinden ließ. Teile von Walls Leiche wurden später in der Ostsee entdeckt, sie wies Schnitt- und Stichverletzungen auf.

Gerichtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass Wall wahrscheinlich durch Strangulierung oder einen Kehlenschnitt getötet wurde. Eine genaue Feststellung der Todesursache war aufgrund des Zustands von Walls Leiche nicht möglich.

Anhänger von Sado-Maso-Praktiken

Zeugen, darunter mehrere Ex-Freundinnen, beschrieben den Erfinder als Anhänger brutaler Sado-Maso-Praktiken. Eine in seiner Werkstatt gefundene Computerfestplatte enthielt Fetisch-Videos, die zeigten, wie Frauen gefoltert, geköpft oder lebendig verbrannt werden.

Wall arbeitete als freie Journalistin und war stets auf der Suche nach ungewöhnlichen Geschichten. Sie hatte vor, eine Reportage über Madsen zu schreiben. Nach ihrem Tod gründeten ihre Familie und Freunde in ihrem Namen die Internationale Stiftung für Frauen in den Medien.

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