Ein Reisender läuft durch Terminal 4 des Internationalen Flughafens von Madrid. | EMILIO NARANJO/EPA-EFE/Shutterst

Strenge Auflagen Streit um Corona-Maßnahmen für Madrid

Stand: 02.10.2020 22:25 Uhr

Um die hohen Corona-Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, gelten in Madrid wieder strengere Schutzmaßnahmen. Die Regionalregierung hält diese für unverhältnismäßig und klagt gegen die Landesregierung.

In der gesamten spanischen Hauptstadt Madrid gelten wieder strengere Ausgangsbeschränkungen. Restaurants und Bars müssen früher schließen und ihre Kapazitäten halbieren. Zudem sollen die Madrilenen ihre Stadt nur noch zum Arbeiten, für die Schule oder aus medizinischen Gründen verlassen. Die Abriegelungen sollen zunächst für zwei Wochen gelten.

Die Auflagen sind nicht so streng wie bei der ersten Welle im Frühjahr, als die Bewohner ihre Wohnungen praktisch nicht mehr verlassen durften. Sie gelten auch für neun Gemeinden im Großraum der Metropole.

Streit vor Gericht

Die konservativ geführte Madrider Stadtverwaltung kam der Anordnung der sozialistisch geführten Landesregierung allerdings nur widerwillig nach. Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso hält die weitgehende Absperrung trotz der höchsten Infektionszahlen in ganz Westeuropa für unverhältnismäßig. Sie befürchtet unter anderem negative wirtschaftliche Konsequenzen.

Am Freitag schrieb sie bei Twitter, die Zahlen seien in den vergangenen Tagen in ihrer Region deutlich besser geworden. Ayuso betonte allerdings auch, bis zu einer Entscheidung der Justiz werde man die Anordnung des Gesundheitsministeriums notgedrungen umsetzen.

Nach eigenen Angaben hatte die Regionalregierung kurz zuvor beim Staatsgerichtshof Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Bis zur endgültigen Entscheidung forderte sie demnach die vorläufige Aussetzung der Verordnung.

Für die gesamte Region Madrid wurde eine 14-Tage-Inzidenz von 695 angegeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 262. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese Zahl zuletzt bei knapp 15.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2020 um 18:10 Uhr.