Tausende Demonstranten halten spanische Fahnen in Madrid. | Bildquelle: AP

Großdemonstration in Madrid "Sánchez hat uns betrogen"

Stand: 10.02.2019 14:19 Uhr

"Viva Espana" singen und rufen die Menschen auf den Straßen: Zehntausende haben gegen die sozialistische Regierung von Pedro Sánchez demonstriert. Der Vorwurf: Sie soll zu nachgiebig in den Verhandlungen mit Katalonien sein.

Zehntausende Spanier haben in Madrid für die Einheit des Landes und gegen die sozialistische Minderheitsregierung von Pedro Sánchez demonstriert. Die Großkundgebung auf der zentralen Plaza de Colón, zu der die konservativen Oppositionsparteien und die rechtspopulistische Vox aufgerufen hatten, stand unter dem Motto "Für ein vereintes Spanien: Wahlen jetzt!"

Die Organisatoren des Protestes werfen der Regierung in erster Linie vor, bei den Verhandlungen mit der separatistischen Regionalregierung Kataloniens zu nachgiebig zu sein.

Pablo Casado, Präsident der spanischen Volkspartei (PPP), hält auf einer Demonstration rechtsgerichteter Parteien in Madrid eine Rede. | Bildquelle: AFP
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Der Vorsitzende der spanischen Volkspartei, Pablo Casado, sagt: "Die Zeit von Sánchez´ Regierung ist zu Ende."

Keine Zugeständnisse mehr

Drei renommierte Journalisten lasen unter dem Jubel der Demonstranten ein Manifest vor. "Wir sind nicht mehr bereit, weitere Zugeständnisse an die zu machen, die unser Land zerstören wollen", hieß es mit Blick auf die katalanische Unabhängigkeitsbewegung. Die Einheit des Landes sei nicht verhandelbar.

Viele Bürger sind außerdem verärgert, weil Ministerpräsident Sánchez bisher noch keine Neuwahl angesetzt hat. Der 46-Jährige hatte nach seinem Amtsantritt durchblicken lassen, dass er in absehbarer Zeit Wahlen abhalten wollte. Er ließ aber offen, wann.

Tausende Demonstranten halten spanische Fahnen in Madrid. | Bildquelle: dpa
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Viele Demonstranten sind verärgert, weil Sánchez noch keine Neuwahl angesetzt hat.

"Jetzt wird er uns zuhören"

"Sánchez hat uns betrogen und gesagt, dass es Wahlen geben wird, aber das ist bis heute nicht der Fall. Jetzt wird er uns zuhören", sagte der Chef der liberalen Partei Ciudadanos, Albert Rivera. Die Abgeordneten von Ciudadanos hatten beim Misstrauensvotum im vergangenen Juni für den ehemaligen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy gestimmt.

Sánchez war im vergangenen Juni nach einem Misstrauensvotum gegen seinen konservativen Vorgänger Rajoy unter anderem mit den Stimmen separatistischer Parteien aus Katalonien ins Amt gekommen. Er ist nun im Parlament auf deren Unterstützung angewiesen.

Zehntausende demonstrieren in Madrid gegen Sanchez
tagesschau 20:00 Uhr, 10.02.2019, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Sánchez ist auf Separatisten angewiesen

Am Mittwoch steht Sánchez eine schwierige Abstimmung im Parlament über den Haushalt 2019 bevor. Er und seine PSOE verfügen über keine eigene Mehrheit, sondern nur über rund ein Viertel der Sitze. Der Ministerpräsident stützt sich auf die linkspopulistische Partei Podemos sowie zwei separatistische Parteien aus Katalonien. Ohne Unterstützung der katalanischen Separatisten, die Gespräche über die Unabhängigkeit ihrer Region von Spanien verlangen, dürfte Sanchez die Abstimmung verlieren. Sollte die Regierung mit ihrem Etatentwurf scheitern, könnte eine Neuwahl vor dem eigentlich für 2020 vorgesehenen Termin nötig werden.

Für die Einheit Spaniens, gegen die Regierung: Großdemonstration in Madrid
Marc Dugge, ARD MAdrid
10.02.2019 18:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Februar 2019 um 14:00 Uhr.

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