Auf Madeira ist ein Reisebus mit deutschen Urlaubern an Bord in die Tiefe gestürzt. | Bildquelle: AP

Unfall mit 29 Toten Was über das Busunglück bekannt ist

Stand: 19.04.2019 11:56 Uhr

29 Menschen starben bei einem Busunglück auf Madeira - die meisten von ihnen waren Deutsche. Was ist über die Unfallursache bekannt? Und was passiert mit den verletzten Überlebenden? Ein Überblick.

Was ist passiert?

Bei dem Unfall am Mittwochabend waren nach portugiesischen Angaben 29 Menschen getötet und 27 verletzt worden. Die Urlauber wollten am Mittwoch vom Hotel Quinta Splendida im östlich der Inselhauptstadt gelegenen Ort Caniço zu einem traditionellen Abendessen nach Funchal fahren. Ihr Bus fuhr eine leicht abschüssige Straße hinunter und bog dann links ab. In der Kurve kam er - nur rund 250 Meter vom Hotel entfernt - von der Fahrbahn ab. Der Bus stürzte mehrere Meter tief, überschlug sich und schlug in ein Haus ein, in dem sich zu dem Zeitpunkt niemand aufhielt.

Das Krankenhaus "Hospital Central do Funchal". | Bildquelle: dpa
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Viele Verletzte sind noch im Krankenhaus "Hospital Central do Funchal" untergebracht.

Wer sind die Opfer?

Laut ersten Medienberichten waren alle Todesopfer Deutsche. Es soll sich um 17 Frauen und zwölf Männer im Alter von 40 bis 60 Jahren handeln. Am Donnerstag hieß es aber von den Behörden, die Identifizierung sei noch nicht abgeschlossen. Die Bundesregierung hat noch keine Angaben über die Zahl der ums Leben gekommenen Deutschen gemacht. Kanzleramtschef Helge Braun begründete das damit, dass zunächst die Angehörigen informiert würden. "Die Bundesregierung unternimmt nun alles, um dafür zu sorgen, dass schnell Gewissheit für die Angehörigen herrscht", sagte er in Berlin. Es sei "eine Reisegruppe von vorwiegend deutschen Urlaubern" betroffen.

Laut Hotelangaben hatten die Urlauber zwar alle über denselben Veranstalter gebucht, waren aber keine zusammenhängende Reisegruppe. Sie stammten aus verschiedenen Teilen Deutschlands.

Sebastian Kisters, ARD Madrid, zzt. Funchal, zum Stand der Ermittlungen
tagesschau 11:00 Uhr, 19.04.2019

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Wie geht es den Überlebenden?

Ärzteangaben zufolge sind noch 16 Verletzte im Krankenhaus auf Madeira. Zwei von ihnen liegen noch auf der Intensivstation. Niemand von ihnen schwebt mehr in Lebensgefahr.

Ärzte und Psychologen aus Deutschland sind bereits auf Madeira und kümmern sich um die Verletzten, die das schwere Busunglück überlebten. Konsularbeamte des Auswärtigen Amtes organisieren die Rückholung. Ihr jeweiliger Zustand ist maßgeblich dafür, ob und wann sie transportfähig sind. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll heute eine Evakuierungsmaschine der Bundeswehr auf Madeira landen.

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, dass alle transportfähigen Verletzten so schnell wie möglich nach Deutschland geflogen werden sollen.

Was ist über die Unfallursache bekannt?

Die Details sind noch unklar. Es gibt es bisher nur Spekulationen. Ein mechanisches Problem könnte der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal. Letzteres legen Zeugenaussagen offenbar nahe. Der verunglückte Bus war jedoch erst fünf bis sechs Jahre alt, der Mann am Steuer galt als erfahren. Er ist verletzt und konnte bislang noch nicht befragt werden. Der Vizepräsident der Regionalregierung, Pedro Calado, nannte jegliche Mutmaßungen zu der Unglücksursache "verfrüht".

Wie reagiert die Bundesregierung?

Außenminister Heiko Maas (3.v.r) und der portugiesische Außenminister Augusto Santos Silva (2.v.l) stehen an der Unfallstelle des Busunglücks auf Madeira. | Bildquelle: dpa
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Außenminister Heiko Maas und sein portugiesischer Kollege Augusto Santos Silva (zweiter von links) haben an der Unglücksstelle einen Kranz niedergelegt.

Bundesaußenminister Maas hat die Unglücksstelle gestern besucht. Zusammen mit seinem portugiesischen Kollegen Augusto Santos Silva und dem Vizepräsidenten der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, legte Maas einen Kranz nieder.

Beamte des Bundeskriminalamtes unterstützen die Ermittlungen und die Identifikation der Opfer. Medizinern der Bundeswehr und des Auswärtigen Amts sind zum Unglücksort gereist, die bereits jetzt Vorkehrungen für die Überführung treffen. Ein MedEvac-Airbus (Medical Evacuation) der Luftwaffe wurde dafür bereitgestellt.

Busunglück in Madeira: Maas besuchte die Opfer
Christopher Plass, HR
19.04.2019 08:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. April 2019 um 11:00 Uhr.

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