Ein Reisebus ist in der Gemeinde Caniço in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. | Bildquelle: AFP

Busunglück auf Madeira "Müssen von vielen deutschen Opfern ausgehen"

Stand: 18.04.2019 09:35 Uhr

Nach dem Unfall eines Touristenbusses auf der portugiesischen Insel Madeira werden nach und nach mehr Informationen zu den 29 Todesopfern bekannt. Außenminister Maas teilte mit, dass von vielen deutschen Opfern auszugehen sei.

Nach dem schweren Busunglück mit 29 Toten und vielen Verletzten auf der portugiesischen Insel Madeira hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas auf Twitter geäußert. Er schrieb: "Wir müssen davon ausgehen, dass unter den Opfern viele Deutsche sind." Bislang hatte das Auswärtige Amt in einem Tweet heute Nacht geschrieben, man müsse "leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind".

Von der deutschen Botschaft in Lissabon und dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es lediglich: Deutsche Urlauber seien unter den Opfern. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa erklärte bereits, alle Opfer - Tote und Verletzte - seien nach seinen Informationen Deutsche.

Maas richtete in seinem Tweet am Morgen auch Worte an die Angehörigen der Getöteten und Verletzten: "Unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden."

Regierungssprecher Steffen Seibert veröffentlichte am Donnerstag ein Statement von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Twitter. Auch sie äußert sich bestürzt über den Unfall und spricht von betroffenen "Landsleuten":

Maas reist nach Madeira

Maas kündigte an, dass er sich heute auf den Weg auf die Ferieninsel machen werde. "Ich werde heute mit einem Team von Ärzten, Psychologen und Konsularbeamten des Auswärtigen Amts nach Madeira fliegen, um selbst mit den Betroffenen zu sprechen und den portugiesischen Freunden unseren Dank für ihre Hilfe auszusprechen", teilte der SPD-Politiker mit.

Hotel äußert sich zu Reisenden

Nach Angaben des Hotels, in dem die Touristen untergebracht waren, sollen in dem Bus Deutsche aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik mitgefahren sein. Es habe sich nicht um eine gemeinsame Gruppe gehandelt, sondern um Reisende, die zu verschiedenen Zeitpunkten auf Madeira angekommen seien und über einen deutschen Reiseveranstalter und dessen portugiesischen Partner Ausflüge gebucht hätten, sagte eine Mitarbeiterin des Hotels "Quinta Splendida" in dem Ort Caniço.

Wie viele Menschen genau an Bord waren, ist noch unklar. Die Nachrichtenagentur Lusa berichtete von insgesamt 51 Passagieren. Der Fahrer und der Reiseleiter sollen verletzt überlebt haben.

Schweres Busunglück auf Madeira
tagesschau 14:00 Uhr, 18.04.2019, Natalia Bachmayer, ARD Madrid

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Einsatz am Unfallort am Morgen beendet

Die Bergungsarbeiten am Unglücksort sind mittlerweile beendet. Das Wrack des Reisebusses sei kurz nach 5 Uhr Ortszeit am Donnerstag vom Unglücksort geräumt worden, berichteten der Sender SIC Notícias und die Zeitung "Observador". Der Reisebus war bei dem Unglück am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço östlich von Funchal, in der die Urlauber im Hotel "Quinta Splendida" die Osterferien verbrachten, in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen.

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. In portugiesischen Medien sei die Rede von einem technischen Problem - möglicherweise habe das Gaspedal geklemmt, berichtet ARD-Korrespondent Sebastian Kisters.

Auf Madeira ist ein Reisebus mit deutschen Urlaubern in die Tiefe gestürzt. | Bildquelle: AP
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Der Reisebus ist in der Gemeinde Caniço in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt.

Haus war zum Zeitpunkt des Unglücks leer

Der Busfahrer soll laut Medienberichten erkannt haben, dass etwas nicht stimmt, lenkte den Bus vom Abgrund weg und stieß gegen eine Mauer. Das zeigen wohl Fahrspuren am Unfallort. Dann fuhr das Fahrzeug den Hang hinab, es überschlug sich wohl mehrfach. Der Bus stürzte auf ein Haus, es soll an der Stelle keine Leitplanken gegeben haben.

Der Bus landete auf dem Dach des Hauses, das zum Zeitpunkt des Unglücks leer war. Das bestätigte der Bürgermeister des Ortes Caniço, Filipe Sousa, der portugiesischen Onlinezeitung "Observador". Bewohnt werde es normalerweise von einem Mann, der sich am Abend jedoch bei Verwandten aufgehalten habe. Er sei über die Tragödie informiert worden. Am Donnerstag sollten Experten die Schäden an dem Haus überprüfen.

Zum Unfallbus gibt es die neue Information, dass er offenbar relativ neu war. Das Fahrzeug sei im Februar 2013 zugelassen worden und damit nur rund sechs Jahre alt gewesen, berichtete die Zeitung "Diário de Notícias" ohne Nennung von Quellen. Bei dem Fahrer, der bei dem Unfall verletzt wurde, handele es sich um einen 55-Jährigen mit viel Berufserfahrung, hieß es weiter.

Busunglück auf Madeira: Natalia Bachmayer, ARD Madrid, mit Informationen zur Unfallursache
tagesschau 14:00 Uhr, 18.04.2019

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Luftwaffe stellt drei Militärflugzeuge bereit

ARD-Korrespondent Kisters berichtet, dass laut einer portugiesischen Behördenmeldung derzeit drei Menschen in Lebensgefahr schweben, 20 außer Lebensgefahr sind. Die Patienten sind nach Angaben der Behörden in zwei Krankenhäusern in Funchal untergebracht.

Für den Transport der Verletzten stehen drei Militärflugzeuge der portugiesischen Luftstreitkräfte bereit. "Wir bereiten zwei Flugzeuge vom Typ Falcon 50 und eine C-295M mit medizinischer Ausrüstung vor, um die Opfer der Tragödie von Madeira zu versorgen und sie - sofern das nötig ist - schnell auf den Kontinent zu transportieren", hieß es in einer Mitteilung.

"Aufrichtiges Beileid"

Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa. "Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität", sagte Staatschef de Sousa dem Nachrichtensender SIC Noticias. Er wolle am Donnerstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen.

Ein Vertreter der portugiesischen Regierung kondolierte dem deutschen Botschafter in Portugal. Der Vertreter Portugals für die Autonome Region Madeira, Ireneu Cabral Barreto, bedauere "den schweren Verkehrsunfall zutiefst" und spreche den Angehörigen der Opfer "aufrichtiges Beileid" aus, zitierte ihn die Zeitung "Observador".

Mit Informationen von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 17. April 2019 um 00:48 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 18. April 2019 um 05:37 Uhr.

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