Rettungskräfte am verunglückten Reisebus auf der portugiesischen Insel Madeira. | Bildquelle: HOMEM GOUVEIA/EPA-EFE/REX

Unfall in Portugal 29 Tote bei Busunglück auf Madeira

Stand: 18.04.2019 01:29 Uhr

Auf der portugiesischen Insel Madeira ist ein Touristenbus schwer verunglückt. Mindestens 29 Menschen kamen ums Leben - bei den meisten Opfern soll es sich um Deutsche handeln. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein.

Bei einem schweren Unglück eines Touristenbusses auf der portugiesischen Insel Madeira sind mindestens 29 Menschen getötet worden. Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa erklärte, dass seinen Informationen zufolge alle Todesopfer aus Deutschland stammten.

Das Auswärtige Amt bestätigte dies bisher nicht, rechnet aber auch mit deutschen Opfern: "Mit großer Erschütterung haben wir von dem tragischen Busunglück auf Madeira erfahren. Wir müssen leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind."

Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Die deutsche Botschaft stehe in engem Kontakt mit den portugiesischen Behörden auf Madeira, um die Identität der Opfer zu klären und den Verletzten beizustehen, twitterte das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes. Der Krisenstab ist den Angaben zufolge unter der Rufnummer 030-5000 3000 zu erreichen, besorgte Angehörige können sich unter dieser Nummer an das Auswärtige Amt wenden.

Busunfall mit vielen Toten auf Madeira
Nachtmagazin 00:45 Uhr, 18.04.2019, Ralf Kühn, ARD-aktuell

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Fahrer verlor offenbar Kontrolle über Bus

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. In portugiesischen Medien sei die Rede von einem technischen Problem - möglicherweise habe das Gaspedal geklemmt, berichtet ARD-Korrespondent Sebastian Kisters.

Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Bus stürzte auf ein Haus, es soll an der Stelle keine Leitplanken gegeben haben.

Eine Luftaufnahme zeigt den Bus, der auf Madeira verunglückt ist. | Bildquelle: AFP
galerie

Der Bus kam von der Straße ab und stürzte auf ein Haus.

Mindestens 28 Verletzte

Insgesamt sollen mindestens 28 Menschen verletzt worden sein, darunter zwei Portugiesen, hieß es aus dem Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal, in dem sie behandelt wurden. Wie viele Menschen genau an Bord waren, ist noch unklar. Die Nachrichtenagentur Lusa berichtete von insgesamt 51 Passagieren. Der Fahrer und der Reiseleiter sollen verletzt überlebt haben.

Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa. "Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität", sagte Staatschef de Sousa dem Nachrichtensender SIC Noticias. Er wolle am Donnerstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen.

"Aufrichtiges Beileid"

Ein Vertreter der portugiesischen Regierung kondolierte dem deutschen Botschafter in Portugal. Der Vertreter Portugals für die Autonome Region Madeira, Ireneu Cabral Barreto, bedauere "den schweren Verkehrsunfall zutiefst" und spreche den Angehörigen der Opfer "aufrichtiges Beileid" aus, zitierte ihn die Zeitung "Observador".

Sebastian Kisters, ARD Madrid: Womöglich klemmendes Gaspedal als Unfallursache
Nachtmagazin 00:45 Uhr, 18.04.2019

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 17. April 2019 um 00:48 Uhr.

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