Angehörige sitzen neben zerstörten Gräbern auf dem örtlichen Friedhof in Mahanoro, Madagaskar. | AFP

Madagaskar Zyklon "Batsirai" verursacht schwere Schäden

Stand: 06.02.2022 12:11 Uhr

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 235 km/h hat Zyklon "Batsirai" die Ostküste Madagaskars erreicht. Häuser, Stromleitungen und auch ein Friedhof wurden zerstört. Weil es kein sauberes Trinkwasser gibt, drohen nun Krankheiten.

Eine Woche nach dem verheerenden Tropensturm "Ana" ist ein weiterer Zyklon über Madagaskar hinweggefegt. "Batsirai" traf mit heftigem Wind und Regen in der Region Mananjary an der Ostküste des Inselstaats im Indischen Ozean auf Land.

Laut madagassicher Katastrophenschutzbehörde wurden Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern pro Stunde gemessen, teilweise sogar von bis zu 235 km/h. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Strommasten und Bäume knickten um. In einer ersten Behördenbilanz gab es jedoch keine Hinweise auf Tote.

Durchfallerkrankungen drohen

Rund 40.000 Inselbewohner verbrachten in der betroffenen Region die Nacht in Notunterkünften. In der Küstenstadt Vatomandry quetschten sich mehr als 200 Menschen in einen Raum eines Betongebäudes, wo sie auf Matten oder Matratzen schliefen. Der Gemeindevorsteher Thierry Louison Leaby sagte, es mangele an sauberem Wasser, weil das Versorgungsunternehmen vor dem Zyklon das Trinkwasser abgestellt habe.

"Die Leute kochen mit schmutzigem Wasser", sagte er. Nun drohten Durchfallerkrankungen. Vor dem Gebäude stellten die Menschen Plastikschalen und Eimer auf, um Regenwasser aufzufangen. Anwohner, die trotz der Gefahr in ihren Häusern blieben, nutzten Sandsäcke und Plastikkanister, um ihre Dächer zu sichern. Viele Bewohner von Vatomandry legten auch Lebensmittelvorräte an.

Angehörige sitzen auf einem Friedhof in Mahanoro neben den Leichen, die aus den vom Zyklon zerstörten Gräbern exhumiert wurden. | AFP

Angehörige sitzen auf einem Friedhof in Mahanoro neben den Leichen, die aus den vom Zyklon zerstörten Gräbern exhumiert wurden. Bild: AFP

Inzwischen haben sich die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten auf rund 80 km/h halbiert, die heftigsten Böen erreichen immer noch Werte bis 110 km/h. "Infolge der starken Regenfälle sind weiterhin lokale oder allgemeine Überschwemmungen zu befürchten", teilte die Wetterbehörde mit.

Tropensturn "Ana" vor einer Woche

Der Tropensturm kam von der Insel Mauritius, wo nach Angaben des UN-Nothilfebüros (OCHA) mindestens ein Mensch ums Leben kam. Der Süden von Afrika befindet sich derzeit in der sommerlichen Zyklon-Saison, die bis März oder April schwere Stürme und Niederschläge mit sich bringen kann.

Erst vor gut einer Woche hatte der Tropensturm "Ana" neben Madagaskar die Länder Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia verwüstet. Viele Gebäude - darunter Schulen - und Felder wurden zerstört, zahlreiche Menschen wurden obdachlos.

Die Karte zeigt die Länder, in denen der Zyklon Batsirai und zuvor der Sturm Ana unterwegs war.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Februar 2022 um 09:00 Uhr und 11:00 Uhr.