Der neugewählte Präsident Macron begrüßt Veteranen. | Bildquelle: AP

Nach Macrons Wahlsieg Ab Sonntag im Élysée-Palast

Stand: 08.05.2017 13:13 Uhr

Frankreichs neu gewählter Präsident Macrons wird am Sonntag das Präsidentenamt übernehmen. Das kündigte sein Vorgänger Hollande an. Außerdem soll Macrons Bewegung "En Marche!" umbenannt werden. Seine erste Auslandsreise geht wohl nach Berlin.

Nach dem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich bereitet sich der sozial-liberale Kandidat Emmanuel Macron auf seinen Amtsantritt vor. Der scheidende Präsident François Hollande erklärte, Macrons Amtseinführung werde am kommenden Sonntag sein. Die offizielle Machtübergabe werde eine Woche nach Macrons Wahlsieg vollzogen, sagte Hollande am Rande einer Gedenkzeremonie zum Ende des Zweiten Weltkriegs, die er zusammen mit Macron absolvierte.

Es war der erste Auftritt des Wahlsiegers vom Sonntag bei einer offiziellen Zeremonie. In Frankreich wird jedes Jahr am 8. Mai der Kapitulation Nazi-Deutschlands im Jahr 1945 gedacht. Der Tag ist in Frankreich ein Feiertag. Die traditionelle Kranzniederlegung gilt auch als eine Art erste "Rollenübung" für frischgebackene Präsidenten.

Frankreich wählt Macron
tagesschau 17:00 Uhr, 08.05.2017, Isabel Schayani, ARD Paris

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Antrittsbesuch bei Merkel in Berlin

Nach seiner Amtsübernahme dürfte Macron nach Berlin fliegen, um dort Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. Der Antrittsbesuch in Deutschland werde Macrons erste offizielle Auslandsreise sein, sagte die französische Europaabgeordnete Sylvie Goulard dem Sender CNews. Noch unklar sei nur, ob Macron vorher vielleicht noch im Ausland stationierte französische Truppen besuchen werden. Einen genauen Termin für die geplante Berlin-Reise nannte Goulard nicht.

Emanuelle Macron und der scheidende, französische Präsident Hollande bei einer Gedenkveranstaltung zum Zweiten Weltkrieg. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Der neugewählte Präsident Macron und der scheidende Amtsinhaber Hollande legen einen Kranz bei der Weltkriegs-Gedenkveranstaltung nieder.

Deutschland und Frankreich "schicksalhaft verbunden"

Merkel selbst erwartet eine enge Kooperation mit dem künftigen französischen Präsidenten. "Ich sehe der Zusammenarbeit mit Freude entgegen", sagte sie in Berlin. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass wir gut zusammenarbeiten werden." Frankreich und Deutschland müssen nach den Worten Merkels die EU in eine sichere Zukunft führen. Beide Länder seien "schicksalhaft verbunden", fügte die Kanzlerin hinzu.

Bei der Frage nach Unterstützung für die neue französische Regierung hielt sich die CDU-Politikerin zurück. Auch sie wolle, dass die Arbeitslosigkeit in Frankreich sinke. Zunächst werde sie aber abwarten, was der neue Präsident an Wünschen und Vorstellungen äußere, um dann zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gebe.

Auch innenpolitisch werden die Weichen neu gestellt. Es ist üblich, dass der amtierende Premierminister seinen Rücktritt einreicht, damit der neue Präsident auch eine neue Regierung bilden kann. Wen Macron zum Premier machen will, ist noch nicht bekannt.

"En Marche!" bekommt einen neuen Namen

Der Wahlsieger steht nun zudem vor der Herausforderung, bei den Parlamentswahlen im Juni eine Kandidatenliste vorzulegen und eine Mehrheit für seine Politik zu bekommen. Macron hatte versprochen, dass die Hälfte dieser Kandidaten noch nie ein gewähltes politisches Amt gehabt haben soll. Die andere Hälfte soll aus erfahrenen Abgeordneten bestehen, auch wenn sie bisher einer anderen Partei angehört haben.

Generalsekretär Richard Ferrand kündigte auch einen neuen Namen für Macrons Bewegung "En Marche!" an: "La République en Marche" - Die Republik bewegt sich! Den Vorsitz der von ihm vor gut einem Jahr gegründeten Bewegung will Macron noch heute niederlegen, wie aus seinem Umfeld verlautete.

Am Sonntag hatte der 39-Jährige Macron in der Stichwahl Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National deutlich geschlagen und wird damit der jüngste Präsident in der Geschichte Frankreichs. Der Sieg des sozialliberalen Pro-Europäers und die Schlappe Le Pens wurden international größtenteils mit Erleichterung aufgenommen. Merkel hatte am Sonntagabend mit Macron telefoniert und ihm eine enge Kooperation zugesichert. Auch die EU-Spitze zeigte sich erfreut. Investoren und Ökonomen reagierten ebenfalls erleichtert auf die Wahlsieg Macrons - ein Kursfeuerwerk an den Börsen in Deutschland und Frankreich blieb allerdings aus.

Runderneuerung beim Front National

Genau wie Macrons Bewegung bereitet sich auch der unterlegene Front National auf eine Namensänderung vor, wenn nicht sogar eine Neuausrichtung. In Interviews sagte Le Pens Wahlkampfleiter David Rachline, die von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen gegründete Partei werde eine neuen Namen bekommen, um ein breiteres Spektrum an Unterstützern in Frankreich anzulocken. Rachline sagte, Le Pen werde die Opposition gegen Macron anführen.

Zwar hatte Macron 66 Prozent der gültigen Stimmen auf sich vereinigen können. Doch eine hohe Zahl leerer oder ungültiger und eine ungewöhnlich niedrige Wahlbeteiligung gelten als Anzeichen einer einer Wählerschaft, die mit den Wahlalternativen unzufrieden ist.

Mit Informationen von Johannes Duchrow, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Mai 2017 u.a. um 12:00 Uhr und um 17:00 Uhr.

Darstellung: