Emmanuel Macron | Bildquelle: dpa

Festnahmen in Frankreich Anschlag auf Macron vereitelt?

Stand: 06.11.2018 16:38 Uhr

Die Pläne sollen zwar vage, aber sehr gewalttätig gewesen sein: Französische Anti-Terror-Ermittler haben sechs Personen festgenommen, die möglicherweise ein Attentat auf Präsident Macron planten.

Die Behörden in Frankreich haben nach eigenen Angaben ein mögliches Attentat auf Präsident Emmanuel Macron vereitelt. Sechs Verdächtige seien festgenommen worden, teilten die Ermittler in Paris mit. Die Behörden werfen den Festgenommenen die Bildung einer kriminellen terroristischen Vereinigung vor. Laut Medienberichten sollen sie der rechtsextremen Szene angehören.

Bei den Festgenommenen soll es sich um fünf Männer und eine Frau im Alter von 22 bis 62 Jahren handeln. Was die Verdächtigen genau planten, ist noch unklar. Der Anschlagsplan sei zwar noch vage und unausgegoren, aber sehr gewalttätig gewesen, hieß es von den Ermittlern. Die Festnahmen erfolgten am Morgen in mehreren Regionen Frankreichs, unter anderem im Süden, Nordwesten und Nordosten des Landes. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Anti-Terror-Ermittlungen ein.

Warnung vor Rechtsextremismus in Europa

Macron hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview vor einer Bedrohung durch rechtsextreme Bewegungen in ganz Europa gewarnt. Die Selbstzufriedenheit in den 1930er-Jahren habe den Weg freigemacht für Adolf Hitler in Deutschland und Benito Mussolini in Italien. Macron hält sich zurzeit für Gedenkfeiern zum Ersten Weltkrieg in Verdun auf.

Im Juni hatten die französischen Behörden bereits mehrere Rechtsextreme wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gegen Muslime festgenommen. Im vergangenen Jahr waren zehn Verdächtige wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gegen Politiker, Flüchtlinge und Moscheen festgenommen worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Gruppen und den aktuellen Festnahmen gibt, ist noch unklar.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. November 2018 um 16:00 Uhr.

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