Anhänger der Opposition in Venezuela demonstrieren in der Hauptstadt Caracas | Bildquelle: REUTERS

Machtkampf in Venezuela Druck auf Venezuelas Staatschef wächst

Stand: 26.01.2019 05:29 Uhr

Die USA verstärken den Druck auf Venezuelas Staatschef Maduro. Das Finanzministerium kündigte wirtschaftliche Maßnahmen an, von denen Oppositionsführer Guaidó profitieren soll. Guaidó rief zu weiteren Demonstrationen auf.

Das US-Finanzministerium will den finanziellen Druck auf den venezolanischen Staatschef Nicolas Maduro weiter erhöhen. Profitieren solle Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich am Mittwoch selbst zum Staatsoberhaupt ausgerufen hatte. Der Chef des venezolanischen Parlaments war von einigen Ländern wie den USA als Interimspräsident anerkannt worden.

"Die USA werden wirtschaftliche und diplomatische Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass wirtschaftliche Transaktionen der venezolanischen Regierung, darunter auch jene, die Staatsunternehmen und internationale Reserven betreffen, vereinbar sind mit dieser Anerkennung", teilte das US-Finanzministerium mit. Allerdings war nicht die Rede davon, venezolanische Gelder und Konten in den USA einzufrieren.

In dem südamerikanischen Land geht es vor allem um Öl. Das zum staatlichen venezolanischen Ölkonzern Petroleos de Venezuela (PDVSA) gehörende US-Raffinerieunternehmen Citgo sei Eigentum Venezuelas, betonte Staatschef Maduro in Caracas. Das Land wolle auch weiterhin Öl in die USA verkaufen.

"Wir gehen wieder auf die Straße"

Guaidó will den Machtkampf mit Maduro auf der Straße gewinnen. Für kommende Woche kündigte der Oppositionsführer eine weitere Großdemonstration an. "Wir gehen wieder auf die Straße. Der Weg ist klar: Ende der Usurpation, Übergangsregierung, freie Wahlen", sagte er bei einer Kundgebung in Caracas vor jubelnden Anhängern.

Guaidó rief das Militär dazu auf, die Opposition zu unterstützen. "Soldaten, stellt euch auf die Seite des venezolanischen Volkes." Seine Anhänger ermahnte er zur Geschlossenheit. "Das Regime will Zweifel säen und einen Keil zwischen uns treiben, aber wir sind stärker als jemals zuvor", sagte er.

Das Militär hatte sich zuvor auf die Seite von Staatschef Maduro gestellt.

Parlamentschef Juan Guaidó, der sich selbst zum Präsidenten Venezuelas erklärte, bei einer Ansprache vor Anhängern in Caracas. | Bildquelle: picture alliance / Xinhua News A
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Parlamentschef Juan Guaidó, der sich selbst zum Präsidenten Venezuelas erklärte: "Soldaten, stellt euch auf die Seite des venezolanischen Volkes."

Maduro erneuert Gesprächsangebot

Zu Verhandlungen mit Maduros sozialistischer Regierung sei er nur unter bestimmten Bedingungen bereit, sagte Guaidó. "Für einen falschen Dialog steht niemand zur Verfügung." Es werde nur über das Ende der unrechtmäßigen Machtaneignung und über freie Wahlen diskutiert.

Maduro hingegen erneuerte sein Gesprächsangebot. "Ich bin bereit zum Dialog", sagte er. "Ich stehe zu meinem Wort." Mexiko hatte zuvor angeboten, in der Krise in Venezuela zu vermitteln.

Venezuela auf UN-Sicherheitsratstreffen

Darüber hinaus kündigte Maduro die Entsendung von Außenminister Jorge Montserrat zu einem UN-Sicherheitsratstreffen in New York an. Die UN-Mission von Venezuela schickte einen Brief an den dominikanischen Botschafter José Singer, dessen Land den Ratsvorsitz hat. Darin wurde darum gebeten, dass Montserrat auf die Rednerliste kommt.

Das Treffen zur Lage in Venezuela soll heute stattfinden. Angesetzt hatte es die US-Regierung.

Kräftemessen in Venezuela
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
26.01.2019 07:16 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 25. Januar 2019 um 22:15 Uhr.

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