Die Armia Krajowa - die Polnische Heimatarmee - im Kampf gegen die Besatzungsmacht der Nazis | Bildquelle: imago images / United Archives I

Maas in Warschau Gedenken an die Opfer des Wola-Massakers

Stand: 01.08.2019 10:48 Uhr

Vor 75 Jahren ermordeten deutsche SS-Einheiten im Warschauer Stadtteil Wola 50.000 Menschen. An der Gedenkfeier zu diesem Massaker nimmt auch Außenminister Maas teil.

Von Markus Sambale, ARD-Hauptstadtstudio

Erinnerung, Gedenken und Zeichen der Versöhnung: Darum geht es auch am zweiten Tag des Warschau-Besuchs von Außenminister Heiko Maas. Am Vormittag wird er einen Kranz niederlegen - am Denkmal für die Opfer des Massakers von Wola. Dort hatten SS-Einheiten vor 75 Jahren während des Aufstands von Warschau rund 50.000 Menschen ermordet. Das Massaker ist eins der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs.

Schon der erste Tag von Maas' Besuch war bewegend: Gestern Abend gab es einen Gottesdienst unter freiem Himmel - direkt am Denkmal des Warschauer Aufstands im Zentrum der Stadt. Auch hier legte Maas einen Kranz nieder.

Heiko Maas (SPD), Außenminister, verneigt sich bei der Kranzniederlegung bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands. | Bildquelle: dpa
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Außenminister Maas verneigt sich bei der Kranzniederlegung bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands.

"Demut und Dankbarkeit"

Die Erinnerung an die Nazi-Verbrechen ist dem Außenminister ein besonderes Anliegen - er sei "wegen Auschwitz" in die Politik gegangen, hatte er einmal gesagt. Beim aktuellen Treffen mit seinem polnischen Kollegen erklärte Maas: "Als deutscher Außenminister am 75. Jahrestag des Warschauer Aufstandes hier teilnehmen zu dürfen, das erfüllt mich ganz persönlich auch mit Demut und mit Dankbarkeit."

Der Warschauer Aufstand begann am 1. August 1944 - mehr als ein Jahr nachdem es auch schon im Warschauer Ghetto einen Aufstand gegeben hatte. Beim Warschauer Aufstand vor 75 Jahren erhob sich die Polnische Heimatarmee gegen die deutschen Besatzer. Deutsche Truppen schlugen den Aufstand blutig nieder. 200.000 polnische Soldaten und Zivilisten wurden getötet.

Schüler-Projekt "menschen gedenken"

"Für das was Polen von Deutschen und im deutschen Namen angetan wurde, kann man nur tiefe Scham empfinden", sagte Maas. Angesichts der grausamen Verbrechen nannte er die Einladung zu den Gedenkfeiern ein Zeichen des Vertrauens.

Zusammen mit seinem polnischen Kollegen Czaputowicz will er die Erinnerung wach halten: "Deshalb haben wir uns beide für das Projekt 'menschen gedenken' eingesetzt, bei dem deutsche und polnische Schüler gemeinsam das Schicksal von Opfern deutscher Kriegsverbrechen in Polen von Opfern des Holocaust dokumentieren."

Maas gedenkt in Polen der Opfer des Warschauer Aufstandes vor 75 Jahren
Markus Sambale, ARD Berlin
01.08.2019 09:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 01. August 2019 MDR Aktuell um 09:07 Uhr und tagesschau24 um 11:00 Uhr.

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