Außenminister Maas vor Flaggen | dpa

Reisen ins Ausland Maas hofft auf Urlaub vor Sommerbeginn

Stand: 18.05.2020 17:12 Uhr

Außenminister Maas hofft, dass die Grenzen für Urlauber noch im Sommer schrittweise geöffnet werden können. Während die Reiseveranstalter sich auf die Saison vorbereiten, gibt es Kritik vom bayrischen Ministerpräsidenten Söder.

Bei einer Videokonferenz hat sich Außenminister Heiko Maas mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf verständigt, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn hinzuarbeiten.

Individuelle Hinweise für jedes Land

Er hoffe, dass die noch bis zum 14. Juni geltende weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes anschließend durch Reisehinweise zu den einzelnen Ländern ersetzt werden könne, sagte Maas. Auf deren Grundlage könne dann jeder Nutzer entscheiden, "wo man hinfahren kann, was einen da erwartet und wo man besser in diesem Sommer noch nicht hinreisen sollte".

Dabei müssten stets gesundheitliche Fragen statt geschäftlicher Interessen im Vordergrund stehen. Der Außenminister warnte vor der Illusion, dass es nach den wochenlangen Grenzschließungen wegen des Coronavirus eine schnelle Rückkehr zum "Business as usual" geben könne. In allen europäischen Urlaubsländern werde es im Sommer Einschränkungen geben, auf die Reisende sich einstellen müssten - beispielsweise an Stränden, in Restaurants und Innenstädten. 

Kritik von Söder

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dämpfte ebenfalls die Hoffnungen: "Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass es so leicht ist, dass wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat schon wieder in Italien oder in Spanien sind oder in Frankreich", sagte er. Man bewege sich weiter auf sehr dünnem Eis.

Söder forderte stattdessen eine finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland. Denkbar seien entweder Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit - er sei da relativ offen. Der Wettbewerb um die Urlauber hat also längst begonnen - auch wenn Maas ihn eigentlich verhindern will. "Wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen", mahnte Söder.

Italien gegen bilaterale Abkommen

Gesprochen wurde laut Maas bei der Konferenz auch über die Aufhebung von Quarantänebestimmungen in den verschiedenen Ländern. Ergebnisse nannte er dabei noch nicht. Sein italienischer Amtskolleger Luigi Di Maio wandte sich laut der Nachrichtenagentur Ansa gegen Sonderabsprachen für Reiseerleichterungen zwischen einzelnen Regierungen Bilaterale Abkommen über bestimmte offene Korridore für Touristen würden dem Geist der Europäischen Union widersprechen, habe er argumentiert.

An der Videokonferenz nahmen Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien. Frankreich und die Schweiz fehlten, weil sie am Mittwoch bei einer weiteren Videokonferenz auf Einladung Maas' mit den Nachbarländern Deutschlands dabei sind. Österreich entschied sich als einziges Nachbarland, an beiden Konferenzen teilzunehmen. Voraussichtlich in zwei Wochen werde es eine erneute Videokonferenz der Außenminister geben, kündigte Maas an.

Veranstalter machen sich bereit

Reiseveranstalter erklärten indes, dass sie sich bereits für den Start in die Sommersaison in Europa rüsten. "Wir haben uns in den vergangenen Wochen sehr intensiv mit den Regierungen der Urlaubsländer abgestimmt und begrüßen den Schritt, Sommerurlaub in den europäischen Feriengebieten darstellen zu können", sagte ein Tui-Sprecher.

DER Touristik entwickelte ein Konzept, mit dem Hoteliers die Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Europäischen Union und der nationalen Regierung erfüllen können sollen. "Wir möchten mit unserem Präventionskonzept hier bestmöglich unterstützen, damit wir bald gemeinsam unser Reiseprogramm auf höchstem Sicherheitsniveau neu starten können", sagte Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2020 um 15:00 Uhr.