Angelina Jolie und Heiko Maas | Bildquelle: imago images / photothek

Gastbeitrag in "Washington Post" Maas und Jolie kämpfen gegen sexuelle Gewalt

Stand: 23.04.2019 07:42 Uhr

Verschleppt und vergewaltigt - in Kriegen wird sexuelle Gewalt oft als Taktik eingesetzt. Außenminister Maas und Hollywoodstar Angelina Jolie schildern Beispiele - und bringen das Thema in den UN-Sicherheitsrat.

Gemeinsam mit der US-Schauspielerin Angelina Jolie setzt sich Bundesaußenminister Heiko Maas für einen stärkeren Kampf gegen sexuellen Missbrauch in Konfliktregionen ein. "Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt werden als Kriegs- und Terrortaktik weltweit genutzt", heißt es in einem Gastbeitrag für die "Washington Post".

Maas und Jolie loben darin zwar die Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten. Verantwortliche für Völkermord und ethnische Säuberungen seien zur Verantwortung gezogen worden. Dies werde heute aber "von einer zunehmenden Flut an Intoleranz und einem schwächeren Engagement für die Menschenrechte bedroht". Die Rechte der Frauen würden erneut in Frage gestellt.

Straffreiheit mit verheerenden Konsequenzen

Die Täter kämen viel zu oft ungestraft davon, schreiben Maas und Jolie. "Diese Straffreiheit hat verheerende Konsequenzen." Der Politiker und der Hollywoodstar berichten von Treffen mit Überlebenden in Ländern wie Irak, Bosnien und Sierra Leone. Diese hätten sie eindringlich gebeten, den Mangel an strafrechtlicher Verfolgung zu beseitigen. Dieser würde dazu führen, "dass sexuelle Gewalt weiter bestehen kann".

Die beiden nannten in ihrem Gastbeitrag erschreckende Beispiele für Schicksale von Frauen in Krisenländern. So habe der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege in seiner Klinik drei Generationen Frauen behandelt, die vergewaltigt worden seien: Mutter, Tochter und Enkelin.

Bundesaußenminister Heiko Maas | Bildquelle: AFP
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Die Täter kämen viel zu oft ungestraft davon, meint Außenminister Heiko Maas.

Justiz und Opfer stärken

Maas und Jolie fordern, bei diesen Straftaten die Ermittlungsmöglichkeiten zu verbessern. "Wir möchten sicherstellen, dass Täter sexueller Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden". Zudem müssten die Opfer stärker unterstützt werden. Dies müsse auch Opfer umfassen, die oft übersehen würden: Jungen oder Männer, die aus einer Vergewaltigung entstanden seien.

"Alle Opfer verdienen uneingeschränkten Zugang zu Justiz, Entschädigung und finanzieller Unterstützung", schreiben Maas und Jolie. Außerdem solle die Einhaltung internationaler Normen, etwa von UN-Resolutionen, gestärkt werden.

Maas wirbt für Resolution

Um das Thema geht es heute auch im UN-Sicherheitsrat, der unter dem Vorsitz Deutschlands über konkrete Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt berät. Maas leitet die offene Debatte in New York. Als Rednerin eingeladen ist neben Mukwege auch die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad.

Die Bundesregierung hat das Vorgehen gegen sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten zu einem der Schwerpunkte ihres einmonatigen Vorsitzes im UN-Sicherheitsrat gemacht. Neben mehr Unterstützung für die Opfer und einer besseren juristischen Aufarbeitung will sie erreichen, dass auch diejenigen mit Konsequenzen rechnen müssen, die sexuelle Gewalt gegen Frauen gutheißen oder fördern.

Außenminister Maas und Angelina Jolie kämpfen gegen sexuelle Gewalt
Sophie von der Tann, ARD Berlin
23.04.2019 08:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. April 2019 um 06:00 Uhr.

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