Bundesaußenminister Heiko Maas und sein iranischer Amtskollege Dschawad Zarif | Bildquelle: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/REX

Maas im Iran Annäherung Fehlanzeige

Stand: 10.06.2019 21:49 Uhr

Maas im Iran - das war eine schwierige Mission: Denn der Gast kam mit fast leeren Händen. Warum das seinen ungeduldigen Gesprächspartnern zu wenig war und was Maas erreicht hat.

Von Oliver Köhr, ARD-Hauptstadtstudio

Heiko Maas hat eine Art Kreuzflug durch den mittleren Osten hinter sich, als er kurz vor Mitternacht in Teheran landet. Vom Stützpunkt Al-Azraq in Jordanien, nach Bagdad, nach Amman, nach Abu Dhabi. Jeder in der Region hat da eigene Interessen, aber eines wollen alle: einen Krieg verhindern. Und das soll jetzt Maas schaffen? Natürlich nicht.

Was er schaffen kann und will, das hat er schon dreimal gesagt auf dieser Reise. Als er in Jordanien in den betagten Transportflieger Transall klettert. Als er in Bagdad bei 47 Grad im Schatten der deutschen Botschaft schwitzt. Als er in Abu Dhabi neben dem Außenminister steht: reden, deeskalieren, den Iran vom vollständigen Aufkündigen des Atomabkommens abhalten.

Außenminister Maas in Teheran: "Außerordentlich ernste Lage"
tagesthemen 23:15 Uhr, 10.06.2019, Natalie Amiri, ARD Istanbul

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Maas bringt wenig mit

Dem Iran geht es um seine Wirtschaft. Das Land will weiter Handel treiben mit Europa, trotz der US-Sanktionen. Also trifft Maas als erstes die deutschen Wirtschaftsvertreter im Iran. Dafür reicht ein kleiner Raum in der Botschaft, es sind nicht viele. Und die wenigen haben keine Illusionen. Jeder Unternehmer muss sich fragen: Mache ich hier und heute Geschäfte mit dem Iran oder nie wieder mit den USA?

Die Entscheidung ist schnell getroffen. Gebetsmühlenartig wiederholt Maas, dass es ja INSTEX gibt, eine Art Tauschbörse, die Franzosen, Briten und Deutsche eingerichtet haben. Das System läuft noch nicht, es wird nie den normalen Zahlungsverkehr ersetzen und damit auch nie die wirtschaftlichen Zusagen aus dem Atomabkommen erfüllen können. Und trotzdem: Es ist das einzige, was Maas den Iranern mitbringen kann. Es ist wenig, vielleicht zu wenig. Die Iraner wissen das.

Heiko Maas setzt sich Kopfhörer auf. | Bildquelle: AFP
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Immer wieder wies Heiko Maas im Iran auf INSTEX hin.

Sarif ist ungeduldig

Außenminister Mohammed Dschawad Zarif, um scharfe Worte selten verlegen, legt die Hürde für irgendwas Greifbares noch ein Stück höher. Maas solle bloß nicht wieder mit dem Argument anreisen, die Europäer könnten ja gegen die Macht der USA nichts ausrichten, lässt Sarif verbreiten.

Will heißen: Sie könnten schon, sie wollten bloß nicht. Und das zeigt das Dilemma ganz gut. Jede Seite will, dass sich Europa auf ihre Seite stellt. Dabei will Europa bloß, dass Ruhe ist. Wirtschaftlich und militärisch.

"Lieber Freund Heiko"

Jetzt stehen sich die Herren Zarif und Maas in einem prunkvollen Saal gegenüber: freundliches Hallo, Händeschütteln, aber irgendwie bleibt da eine Distanz. Sie stehen ein Stück zu weit auseinander. Für die Annäherung nehmen sich die beiden Zeit. Eine Stunde wollten sie reden, am Ende werden es zwei. 45 Minuten berichten sie den Journalisten von dem Gespräch.

Zarif nennt den deutschen Außenminister gleich zweimal seinen "lieben Freund Heiko". Dem kommt das Wort Freund allerdings nicht über die Lippen. Zarif droht den USA, er redet sich in Rage, als er nach dem Existenzrecht Israels gefragt wird. Vor allem aber bleibt er ohne Abstriche bei seiner Position zum Atomabkommen. Das macht Maas auch. Annäherung Fehlanzeige.

Ein kurzes Gespräch mit Rouhani

Aber vielleicht wäre das auch zu viel erwartet. Immerhin ist der Iran überhaupt bereit, weiter zu reden. Immerhin hat es eine Pressekonferenz gegeben. Das war nach dem Besuch der britischen und französischen Außenminister vor ein paar Wochen nicht der Fall. Und immerhin empfängt auch Präsident Hassan Rouhani den Gast aus Deutschland. Das ist Gespräch ist schnell vorbei, das Ergebnis das gleiche wie beim Außenminister. Aber man kann es so deuten, dass der Iran weiter Interesse hat am Dialog. Und solange geredet wird, wird nicht geschossen und nicht gebombt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. Juni 2019 um 23:15 Uhr.

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