Erdaufgang über dem Horizont des Mondes  | Bildquelle: dpa

Bergbau im Weltraum USA und Luxemburg - gemeinsam ins All

Stand: 10.05.2019 15:58 Uhr

Die ehemalige Montanregion Luxemburg wagt den Sprung in den Weltraum. Das Großherzogtum verbündet sich mit den USA, um im All Rohstoffe abzubauen.

Im September 2018 ließ die Regierung Luxemburgs aufhorchen. Das Großherzogtum gründete eine eigene Weltraum-Agentur. Doch damit nicht genug: Als bisher einziges europäisches Land regelte der Staat per Gesetz den Abbau von Rohstoffen im All. Die Weltraum-Agentur soll Projekte vorantreiben, um Rohstoffen und Erden wie beispielsweise Eisen, Nickel, Zink, Mangan, Kobalt und Wolfram auf Asteroiden oder Planeten zu heben.

Eigene Raumfahrt-Programme zu unterhalten, ist nicht mehr allein den Pionieren USA und Russland oder großen Volkswirtschaften wie China und der EU vorbehalten. Prinzipiell stehen private Raumfahrtfirmen bereits mit eigenen Raketen in den Startlöchern, um abzuheben. So schießt Elon Musks Unternehmen "SpaceX" für die NASA Satelliten in den Orbit. Auch der Amazon-Gründer Jeff Bezos mischt mit. Seine Firma "Blue Origin" übernahm einen 500-Millionen-Dollar-Deal der US-Luftwaffe.

Ziel beider Konzernlenker ist es, das ihre Fähren und Raketen sicher auf Himmelskörpern landen können. Musk wirbt mit seiner Schwerlastrakete "Falcon Heavy". Bezos stellte erst am Donnerstag das Fahrzeug "Blue Moon" vor. Die Fähre könne ab 2024 für die NASA Geräte und Menschen auf den Mond befördern, warb Bezos.

"Dies ist ein historischer Meilenstein"

Ob auch Luxemburg die Dienste von Musk oder Bezos beansprucht, steht noch in den Sternen. Doch die Pläne der ehemaligen Montanregion, im Weltraum-Bergbau aktiv zu werden, nehmen weiter Gestalt an. Wie nun bekannt wurde, hat Luxemburg sich mit den Raumfahrer-Nation USA verbündet. Beide Staaten vereinbarten eine enge Zusammenarbeit bei der kommerziellen Nutzung des Weltraums. "Dies ist ein historischer Meilenstein für die bilaterale Zusammenarbeit beider Seiten", sagte Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung. US-Handelsminister Wilbur Ross erklärte: "Dies ist der Beginn einer außerordentlichen Beziehung."

Die Vereinbarung sieht die Förderung neuer Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten vor. Bei Projekten der zivilen Forschung, der Erdbeobachtung, der wirtschaftlichen Nutzung von erdnahen Asteroiden, der Navigation im Weltraum und der Kommunikation wolle man zusammenarbeiten. Die Regierungen wollen auch Finanzierungs- und Versicherungsunternehmen in kommerzielle Raumfahrtprojekte einbinden, erklärte Ross.

Über dieses Thema berichtete WDR2 am 12. Mai 2019 um 13:00 Uhr.

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