Mitarbeiter von einem Luftfrachtflugzeug | null

Debatte über Luftfracht Mehr Kontrollen, mehr Personal, mehr Sicherheit?

Stand: 05.11.2010 16:02 Uhr

Nach dem Fund mehrerer Paketbomben schwelt die Diskussion um angebliche Sicherheitslücken bei der Luftfracht. Vor allem Luftfahrtexperten hatten wiederholt auf Mängel bei den Kontrollen hingewiesen. Deutschland sieht die EU in der Pflicht, die Terrorgefahr bei Luftfracht durch einheitliche Sicherheitsstandards und Kontrollen zu verringern.

In Brüssel haben Sicherheitsexperten über das Thema beraten. Künftig soll die Luftfracht besser geprüft werden. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas erklärte nach dem Treffen: "Wir müssen uns auf risikoreiche Länder und unbekannte Frachtunternehmen konzentrieren". Dazu werde die EU mit außereuropäischen Staaten besser zusammenarbeiten.

Europäische Kontrollbehörde im Gespräch

In der EU sind die Frachtfirmen für die Kontrolle von Paketen zuständig. Im Gespräch sind staatliche Kontrollen auf Flughäfen in außereuropäischen Ländern wie dem Jemen, aber auch in Europa. Auch über eine europäische Kontrollbehörde wird diskutiert. Konkrete Maßnahmen will die EU-Kommission bis Anfang Dezember vorschlagen. An diesem Montag beraten die EU-Innen- und Justizminister.

Großbritannien hat bereits gehandelt: Güter aus bestimmten Ländern müssen ab sofort nach ihrer Ankunft in Großbritannien überprüft werden, bevor sie weiter transportiert werden dürfen, wie Verkehrsminister Philip Hammond erklärte. Betroffen sind Pakete aus Städten in Indien, Katar, Pakistan, Iran, Bangladesch, Thailand, die Malediven, der Sudan und Libyen. Derzeit werden Frachtgüter aus diesen Ländern ohne Kontrolle weiter verladen.

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Bringen schärfere Kontrollen mehr Sicherheit im Frachtverkehr?

Mehr Personal für Luftfahrt-Bundesamt?

Auch in Deutschland wird über eine bessere Kontrolle von Luftfracht nachgedacht. Laut Verkehrsministerin ist geplant, die zuständige Aufsichtsbehörde mit mehr Personal auszustatten. "Es wird an einer Aufstockung des Mitarbeiterstabs des Luftfahrt-Bundesamtes gearbeitet", sagte ein Sprecher. Er reagierte damit auf einen Zeitungsbericht, wonach der Behörde etwa 400 Stellen fehlten. Dem Amt seien aufgrund europäischer Vorschriften neue, personalintensive Aufgaben in der Luftsicherheit übertragen worden, ohne dass es mit den erforderlichen Stellen ausgestattet worden sei, wurde Verkehrsstaatssekretär Klaus-Dieter Scheurle zitiert.

Gestern Abend war in Griechenland erneut ein explosives Päckchen sichergestellt worden. Damit stellten die Behörden in den vergangenen Tagen insgesamt 14 Paketbomben sicher. Seit dem Fund von zwei Paketbomben in Flugzeugen aus dem Jemen mit Ziel USA sind die Sicherheitsbehörden weltweit alarmiert.