Ein Transportflugzeug mit aus Afghanistan ausgeflogenen Menschen landet auf der Ramstein Air Base. | dpa

Rettungsflüge aus Kabul Erste Afghanen in Ramstein gelandet

Stand: 21.08.2021 08:25 Uhr

300 Afghaninnen und Afghanen sind auf der US-Basis Ramstein gelandet, wo sie in einem Hangar untergebracht werden. Laut US-Außenministerium sollen Geflüchtete vorübergehend in 13 Staaten von Albanien bis Uganda leben.

Von Kabul in die Pfalz: Am späten Freitagabend sind die ersten beiden C-17-Transportmaschinen mit etwa 300 Menschen an Bord auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein nahe Kaiserlautern gelandet. Die Afghaninnen und Afghanen werden vorübergehend in einem Flugzeughangar untergebracht.

Die US-Rettungsflüge aus Afghanistan sollen hauptsächlich über diese europäische Basis abgewickelt werden. Ramstein ist der wichtigste militärische Transport- und Frachtflughafen der US-Streitkräfte in Europa. In der Air Base sollen US-Staatsangehörige und Ortskräfte aus Afghanistan auf ihren Weiterflug in die USA vorbereitet werden.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, bestätigte, dass die ersten Flüge in Ramstein angekommen seien. Er gehe davon aus, dass es in den kommenden Tagen weitere Standorte weltweit geben werde, an die Menschen aus Afghanistan vorübergehend gebracht werden könnten.

Mit der Frachtmaschine in die Sicherheit

Die US-Armee hatte in den vergangenen Tagen den mit Abstand größten Teil der Schutzsuchenden aus Kabul ausgeflogen. Nach Angaben des Pentagons konnten seit vergangenem Samstag mindestens 7000 Menschen gerettet werden. Die dafür genutzten C-17 "Globemaster"-Maschinen sind deutlich größer als zum Beispiel die von der Bundeswehr genutzten A400 M.

Wie viele Schutzsuchende die USA insgesamt in Sicherheit bringen müssen, ist nach Angaben des Pentagon unklar. US-Präsident Biden sprach von etwa 50.000 bis 65.000 Helfern einschließlich ihrer Familien.

Dieses von der US-Armee verbreitete Foto zeigt Menschen auf dem Flughafen von Kabul, die vor der Rampe einer C-17-Frachtmaschine warten. | dpa

Dieses von der US-Armee verbreitete Foto zeigt Menschen in Kabul, die vor einer C-17-Frachtmaschine warten. Bild: dpa

USA danken für Zusammenarbeit

US-Außenminister Antony Blinken dankte den Staaten, darunter auch Deutschland, die beim Evakuierungseinsatz in Afghanistan mit den USA zusammenarbeiten würden: "Wir wissen diese Unterstützung sehr zu schätzen und sind stolz darauf, mit diesen Ländern zusammenzuarbeiten, um gemeinsam das afghanische Volk zu unterstützen."

Nach Angaben Blinkens haben sich 13 Länder dazu bereit erklärt, vorübergehend Afghaninnen und Afghanen bei sich unterzubringen. Diese Menschen würden in Einrichtungen in Albanien, Kanada, Kolumbien, Costa Rica, Chile, dem Kosovo, Nordmazedonien, Mexiko, Polen, Katar, Ruanda, der Ukraine und Uganda unterkommen, teilte Blinken mit.

NATO appelliert an die Taliban

Nach Angaben der NATO wurden seit dem Einmarsch der Taliban in Kabul etwa 12.000 Ausländer sowie Afghaninnen und Afghanen, die etwa für Botschaften und Hilfsorganisationen arbeiteten, ausgeflogen. Ein Sprecher räumte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ein, dass die Rettungsaktion langsam vorangehe. Man wolle unbedingt Zusammenstöße mit Taliban-Kämpfern und Auseinandersetzungen mit Zivilisten vermeiden, betonte er.

Die NATO will ihre Bemühungen bei den Evakuierungen verstärken. Gleichzeitig forderte das Militärbündnis die Taliban auf, die laufenden Aktionen nicht zu behindern. "Wir erwarten von den Taliban, dass sie allen ausländischen Staatsangehörigen und Afghanen, die das Land verlassen wollen, die sichere Ausreise ermöglichen", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einer Sondersitzung der Außenminister der NATO-Staaten.

Taliban weisen Verantwortung zurück

Die Taliban erklärten dagegen, das Chaos rund um den Flughafen sei nicht auf ihr Verhalten zurückzuführen, teilten die Radikalislamisten mit. Die westlichen Staaten hätten einen besseren Plan für die Evakuierungen bereithalten sollen.

Der Sprecher erwähnte nicht, dass die Taliban genau kontrollieren, wer bis zum Flughafen vorgelassen wird und dass sie in den ersten Tagen zunächst verhinderten, dass Menschen das Gelände wieder verlassen konnten. Dies war ein Grund für die chaotischen Szenen auf dem Rollfeld des Flughafens.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. August 2021 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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jaja... 21.08.2021 • 11:44 Uhr

10:52 von Kambrium2 :

>>@Dr Hans Eigentlich wundert mich, dass es in diesem Forum überhaupt jemand wagt, so etwas zu sagen, und genauso, dass diese Meinung hier überhaupt veröffentlicht wird?<< Mich wundert täglich, dass es Menschen wie Sie gibt, die so voller Verachtung sind. Aber Sie sind zufällig deutsch, Sie genießen Meinungsfreiheit und dürfen Ihre Vorurteile frei ausleben. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung.