Bewaffnete Polizisten stehen im Londoner Stadtteil Westminster auf der Straße. | Bildquelle: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shuttersto

Auto rast vor Parlament Terrorverdacht in London

Stand: 14.08.2018 22:19 Uhr

Die britische Anti-Terror-Polizei ermittelt, nachdem ein Autofahrer vor dem Parlament in eine Absperrung gerast war. Der Fahrer wurde festgenommen. In Mittelengland wurden Wohnungen durchsucht.

Der nach dem Vorfall vor dem britischen Parlament festgenommene Autofahrer steht nach Angaben der Londoner Polizei unter Terrorverdacht. "Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die ‎Ermittlungen", hieß es in der Mitteilung von Scotland Yard.

Grund sei "der Ort, die Art des Vorfalls und die Tatsache, dass dieser anscheinend absichtlich herbeigeführt worden ist", sagte der Chef der Einheit, Neil Basou.

Im Fokus der Ermittler standen am Abend zwei Wohnungen in Birmingham und eine in Nottingham. Dort fanden Durchsuchungen statt.

Mehrere Menschen verletzt

Am Morgen hatte der Mann seinen Wagen in die Absperrungen vor dem Parlamentsgebäude in London gelenkt. Er erfasste dabei laut Polizei Fußgänger und Radfahrer. Eine Frau wurde schwer verletzt. Sie schwebe aber nicht in Lebensgefahr, teilte ein Scotland-Yard-Sprecher mit. Zwei weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen.

Bewaffnete Polizisten umzingelten das silberfarbene Auto unmittelbar, nachdem es um 8.37 Uhr (MESZ) in die Absperrung vor dem Westminsterpalast gerast war. Bilder auf Twitter zeigten die Beamten, wie sie ihre Waffen auf den Fahrer richteten und ihn zum Aussteigen zwangen. Weitere Bilder zeigten den Mann in Handschellen, gekleidet in Jeans und schwarzer Daunenjacke.

Der Mann sei 29 Jahre alt, erklärten die Behörden. Er sei den Geheimdiensten und Antiterrorermittlern bisher nicht bekannt gewesen. Der für Sicherheit zuständige Staatssekretär Ben Wallace sagte, der Verdächtige sei britischer Staatsbürger, stamme jedoch aus einem anderen Land. Der Polizei zufolge fuhr der Wagen am Montagabend von Birmingham nach London.

Mehrere Verletzte nach offenbaren Auto-Anschlag am Londoner Parlament
tagesschau 20:00 Uhr, 14.08.2018, Julie Kurz, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die britische Premierministerin Theresa May dankte über Twitter den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln. Ihre Gedanken seien bei den Verletzten.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte, die Bilder von dem Vorfall seien "beängstigend". Sie zeigten aber auch "mutige Polizisten": "Deswegen meine ich, dass wir die beste Polizei der Welt haben, die zusammen mit Rettungskräften dafür sorgt, dass wir so sicher wie möglich sind."

Tödlicher Anschlag im März 2017

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein mutmaßlich islamistischer Attentäter mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten wurden getötet.

Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Angespannte Sicherheitslage in Großbritannien

Die Sicherheitslage in Großbritannien ist angespannt. Im vergangenen Jahr wurde das Land fünf Mal Ziel eines Anschlags - vier Mal in London und ein Mal in Manchester. Dabei wurden insgesamt 36 Menschen getötet. 

Wegen der Terrorgefahr herrschen im gesamten Land strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zuletzt waren im September bei einer Explosion in der Londoner U-Bahn 30 Menschen verletzt worden.

Mit Informationen von Anne Demmer, ARD-Studio London

Auto rast in Sicherheitsbarriere vor dem britischen Parlament
Anne Demmer, ARD London
14.08.2018 19:56 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. August 2018 um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr.

Darstellung: