Ermittler untersuchen nach einem Angriff vor einer Moschee in London den Tatort (Archivbild vom 19. Juni 2017) | Bildquelle: AP

Urteil in London 43 Jahre Haft für Moschee-Angreifer

Stand: 02.02.2018 16:09 Uhr

Laut Gericht war es ein Terrorangriff: Ein Mann starb, als ein Lieferwagen in London in eine Gruppe von Muslimen raste. Jetzt wurde der Angreifer zu mindestens 43 Jahren Gefängnis verurteilt.

Nach einem Anschlag auf Muslime in London ist der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann kann frühestens in 43 Jahren darauf hoffen, vorzeitig entlassen zu werden. Eine Geschworenenjury hatte den 48-Jährigen bereits am Donnerstag wegen Mordes und versuchten Mordes für schuldig befunden.

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Auch die britische Premierministerin May hatte den Anschlag auf Muslime in London als terroristische Attacke verurteilt.

"Das war ein Terrorangriff. Sie hatten die Absicht zu töten", sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung. Der Geist des Angeklagten sei "von rechtsextremen Vorstellungen vergiftet gewesen". Auch die Staatsanwaltschaft hatte dem Täter Hass auf Muslime als Motiv vorgeworfen. Er sei von rechtsextremer und islamfeindlicher Propaganda im Internet radikalisiert worden.

Angriff nach dem Abendgebet

Bei dem Angriff vor einer Moschee im Londoner Stadtteil Finsbury Park im Juni 2017 war ein 51-jähriger Mann getötet worden. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Nach Ansicht der Jury war der Angreifer absichtlich mit einem gemieteten Lieferwagen in eine Gruppe von Muslimen gerast, die gerade vom Abendgebet kamen.

Umstehende Menschen konnten den Angreifer überwältigen. Im Prozess hatte der 48-jährige Waliser unterschiedliche Aussagen über sein Motiv gemacht. Er hatte unter anderem behauptet, das eigentliche Ziel des Anschlags sei Labour-Chef Jeremy Corbyn gewesen. Der Mann hatte auf nicht schuldig plädiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Februar 2018 um 15:00 Uhr.

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