Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz | Bildquelle: REUTERS

Lockdown in Österreich "Jeder Kontakt ist einer zu viel"

Stand: 14.11.2020 17:50 Uhr

Der Teil-Lockdown hat die rasante Ausbreitung des Coronavirus in Österreich nicht eingedämmt. Die Regierung von Kanzler Kurz greift nun zu drastischeren Maßnahmen. Die Menschen sollen möglichst niemanden mehr treffen.

In Österreich hat die Regierung eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Wie Bundeskanzler Sebastian Kurz ankündigte, sollen von Dienstag an nicht nur - wie bereits jetzt - Gastronomie- und Freizeitbetriebe geschlossen bleiben, sondern auch der Handel. Davon ausgenommen seien Geschäfte, die für die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs zuständig sind, wie Lebensmittelgeschäfte, die Post, Banken und Apotheken.

Wie schon beim ersten strengen Lockdown im Frühling seien auch körpernahe Dienstleistungen, etwa von Frisörsalons und Kosmetikstudios, nicht mehr erlaubt, so Kurz. Zudem müssten nun nicht mehr nur die Oberstufen, sondern alle Schulen auf Fernunterricht umstellen. Es gebe aber bei Bedarf - auch in Kitas - ein Betreuungsangebot.

Österreichischer Kanzler Kurz kündigt Verschärfung des Lockdowns an
tagesschau 01:09 Uhr, 15.11.2020, Nikolaus Neumaier, ARD Wien

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So wenig Kontakte wie möglich

Jeder solle, wenn möglich, im Homeoffice arbeiten, verlangte Kurz. "Meine eindringliche Bitte für die nächsten Wochen ist: Treffen Sie niemanden! Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel. Verbringen Sie ihre Freizeit ausschließlich mit den Menschen, mit denen sie auch in einem Haushalt gemeinsam leben." Wer alleine lebt, den rief der Kanzler auf, sich eine Person zu suchen, mit der man während des Lockdowns in persönlichem Kontakt bleiben möchte.

Die Ausgangsbeschränkungen, die derzeit von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gelten, werden laut Kurz auf den ganzen Tag ausgeweitet. Das Haus dürfe nur noch verlassen, wer einen dieser vier Gründe habe: beruflich, um Grundbedürfnisse zu decken, um andere zu unterstützen und zu pflegen, sowie, um sich die Beine zu vertreten und Sport zu machen.

Die Weihnachtszeit "retten"

Kurz nannte die Maßnahmen "extrem einschneidend". Sie seien aber nötig, um das Gesundheitssystem und die Intensivstationen zu entlasten. Nur so gebe es die Chance, das Land im Dezember wieder schrittweise hochzufahren und die Weihnachtszeit zu "retten" - und diese "zwar vorsichtig, aber doch würdig" miteinander zu verbringen.

Die österreichische Regierung reagiert damit darauf, dass die Zahl der Neuinfektionen trotz der bisherigen Einschränkungen weiter steigt. Seit Anfang November gilt - ähnlich wie in Deutschland - ein Teil-Lockdown. Seither sind Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Der angekündigte vollständige Lockdown soll laut Kurz bis zum 6. Dezember gelten.

Kurz sagte, dass sich im Durchschnitt jeden Tag etwa 7000 Menschen mit dem Coronavirus ansteckten. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tage liege bei mehr als 550. Angestrebt seien 50.

Verschärfung des Lockdowns in Österreich
Andrea Beer, ARD Wien
14.11.2020 17:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 14. November 2020 die tagesschau um 17:00 Uhr und tagesschau24 um 18:00 Uhr.

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