Ein Kosmonaut untersucht ein mysteriöses Loch bei einem Außeneinsatz an der ISS. | Bildquelle: REUTERS

ISS-Außeneinsatz Kosmonauten untersuchen mysteriöses Loch

Stand: 12.12.2018 08:20 Uhr

Ein Loch, so groß wie ein Streichholzkopf an einer russischen Raumkapsel hat zwei Kosmonauten beschäftigt: Nach acht Stunden kehrten die beiden Russen mit Fotos, Videos und Proben in die ISS zurück. Fragen bleiben.

Zwei Kosmonauten haben bei einem schwierigen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS das mysteriöse Loch an der angedockten russischen Raumkapsel untersucht.

Der Russe Oleg Kononenko schnitt mit Werkzeugen eine Isolierungshülle und ein Schutzschild durch, um das kleine Loch von außen freizulegen. Er und der Kosmonaut Sergej Prokopjew machten Fotos und Videos von dem Leck, das im August aus noch ungeklärten Gründen entstanden war und einen leichten Druckabfall ausgelöst hatte. Sie nahmen auch Proben, die russische Experten auf der Erde untersuchen sollen.

Der komplizierte und körperlich anstrengende Außeneinsatz dauerte nahezu acht Stunden und damit gut anderthalb Stunde länger als geplant. "Lasst uns nicht hetzen. Lasst uns Schritt für Schritt vorgehen, um nichts zu vermasseln", sagte Kononenko während der Live-Übertragung.

ISS: Kosmonauten untersuchen Loch an angedockter Sojus-Kapsel
tagesschau 07:00 Uhr, 12.12.2018

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Loch so groß wie ein Streichholzkopf

Mit zwei Millimetern ist das Loch ungefähr so groß wie ein Streichholzkopf. Entsprechend herausfordernd war es, im sperrigen Raumanzug mit klobigen Handschuhen und bei Schwerelosigkeit an der kleinen Öffnung zu arbeiten. Die US-Raumfahrtbehörde NASA sprach von einem "Heureka-Moment", als die beiden das Loch nach mehreren Stunden gefunden hatten.

Für die Besatzung war der Vorfall im August ungefährlich gewesen. Die Raumfahrer hatten das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet. Es ist aber immer noch unklar, wie das Leck entstanden ist. Die Proben sollen klären, wie gut die Abdichtung von innen hielt.

"Bitte ruht euch aus"

Kononenko war erst in der vergangenen Woche zur ISS geflogen. Zuvor wurde er speziell für seinen mittlerweile vierten Spaziergang im All vorbereitet. Kononenko sprach von einem erfolgreichen Einsatz, auch wenn die Zeit dabei überzogen wurde. "Ihr habt sehr gute Arbeit geleistet. Bitte ruht euch gut aus", sagte Kononenko an die Kollegen auf der Erde. "Es war teils sehr schwierig, aber wir haben es geschafft", hieß es aus dem Kontrollzentrum in Moskau.

In der Station unterstützte der deutsche Astronaut Alexander Gerst die beiden Russen. Er und zwei Kollegen sollen in gut einer Woche mit der beschädigten Kapsel zur Erde zurückkehren. Diese sei "bereit, nach Hause zu kommen", sagte ein NASA-Sprecher.

Die Schutzschicht der Kapsel erhitzt sich beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf mehr als 1000 Grad Celsius, bevor Fallschirme den Sturz vor der Landung in Kasachstan abstoppen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Dezember 2018 um 06:30 Uhr.

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