Nobelpreis

Gremium verschiebt Vergabe Literaturnobelpreis fällt 2018 aus

Stand: 04.05.2018 09:41 Uhr

In diesem Jahr vergibt die Schwedische Akademie keinen Literaturnobelpreis. Sie will die Preisvergabe aber 2019 nachholen. Hintergrund ist der Skandal um sexuelle Belästigungen bei der Akademie.

Im laufenden Jahr wird kein Literaturnobelpreis vergeben. Das teilte die für die Vergabe zuständige Schwedischen Akademie mit. Sie zog damit die Konsequenz aus dem Belästigungs- und Korruptionsskandal, in dessen Folge mehrere Jury-Mitglieder ihre Arbeit niedergelegt hatten.

Kein Literaturnobelpreis 2018
tagesschau 15:00 Uhr, 04.05.2018, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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Vorgehen mit Nobelstiftung abgestimmt

Der Preis für 2018 werde im kommenden Jahr zusammen mit dem Preis für 2019 vergeben, teilte die Akademie mit. "Wir halten es für nötig, Zeit zu investieren, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Akademie wieder herzustellen, bevor der nächste Preisträger verkündet werden kann", erklärte der Interimsvorsitzende Anders Olsson.

Gestern Abend hatte die Akademie auf ihrer wöchentlichen Sitzung über ihr Vorgehen beraten und sich auch mit der Nobelstiftung abgestimmt, die die Preisgelder für alle fünf Nobelpreise verwaltet.

Skandal lähmt Akademie

Die Schwedische Akademie, die seit 1901 den Träger des Literaturnobelpreises auswählt, ist seit Wochen durch den Belästigungs- und Korruptionsskandal gelähmt. Man sei in einer ernsten Krise, teilte das Gremium vor Kurzem mit. "Das Ansehen des Literaturnobelpreises hat großen Schaden genommen", hieß es.

18 Frauen hatten dem Mann eines Akademiemitglieds sexuelle Belästigung vorgeworfen. Eine Untersuchung der Akademie bestätigte"unakzeptables Verhalten in Form von unerwünschter Intimität". Nach Berichten schwedischer Medien soll der Mann auch Kronprinzessin Victoria an den Po gefasst haben. Außerdem soll seine Frau über Fördergelder für den eigenen Kulturverein mitentschieden haben.

Der Interimsvorsitzende der Schwedischen Akademie, Anders Olsson | Bildquelle: Janerik Henriksson/EPA-EFE/REX/S
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Der Interimsvorsitzende Anders Olsson kündigte an, dass der Preis für 2018 im kommenden Jahr vergeben werde.

Schwedens König Carl XVI. Gustaf | Bildquelle: ISSEI KATO/POOL/EPA-EFE/REX/Shut
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Schwedens König Carl XVI. Gustaf rief die Akademie dazu auf, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

König Carl XVI. Gustaf mahnt

Mehrere Jurymitglieder legten ihre Arbeit nieder, weil sie nicht damit einverstanden waren, wie glimpflich die Beschuldigten davonkommen sollten. Auch die ständige Sekretärin Sara Danius musste in der Folge ihren Posten aufgeben - nach eigener Aussage auf Wunsch der Akademie.

Aktuell sind damit nur noch zehn der einst 18 Mitglieder aktiv. Das gefährde ernsthaft die Fähigkeiten der Akademie, "ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen", hatte das schwedische Königshaus erklärt. König Carl XVI. Gustaf rief die Mitglieder auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Interessen des Gremiums in den Vordergrund zu stellen. "Ich habe die Entwicklung in der Schwedischen Akademie in letzter Zeit mit großer Unruhe verfolgt", erklärte er vor zwei Tagen. Jetzt müsse die Akademie in Ruhe daran arbeiten können, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Bereits mehrmals keine Vergabe

Die Preisvergabe wird nicht zum ersten Mal abgesagt, zuletzt wurde der Nobelpreis von 1940 bis 1943 wegen des Zweiten Weltkriegs überhaupt nicht vergeben. Die Statuten der Akademie lassen auch zu, in diesem Fall im Folgejahr zwei Nobelpreise zu verleihen - allerdings ist diese Möglichkeit vorrangig für den Fall gedacht, dass kein angemessener Kandidat gefunden wird.

Sieben Mal machte die Schwedische Akademie von der Möglichkeit Gebrauch, den Preis in einem Jahr nicht zu vergeben. Unter anderem bekam der Ire George Bernard Shaw seinen Preis für 1925 erst im Jahr 1926.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Mai 2018 um 09:00 Uhr.

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