Rettungsschiff "Lifeline" fährt mit geretteten Flüchtlingen im Mittelmeer | Bildquelle: dpa

Rettungsschiff im Mittelmeer "Lifeline" darf in Malta anlegen

Stand: 26.06.2018 15:06 Uhr

Noch hat die "Lifeline" keine offizielle Bestätigung: Doch laut Italiens Regierung darf das Rettungsschiff mit 233 Migranten in Malta anlegen. Italien und Frankreich wollen einige von ihnen aufnehmen.

Das Rettungsschiff "Lifeline" der deutschen Hilfsorganisation "Mission Lifeline" darf nach Aussagen der italienischen Regierung in Malta anlegen. Auf dem Schiff befinden sich 233 aus Seenot gerettete Migranten. Seit sechs Tagen hatte die Crew der "Lifeline" einen Hafen gesucht, in dem sie anlegen und die Geretteten an Land bringen kann.

Allerdings hat die Hilfsorganisation Mission "Lifeline" bisher noch keine eigene Bestätigung für die Erlaubnis. "Wir sind mehr als glücklich, dass am Horizont eine Lösung für diese schändliche Scharade auftaucht", sagte der Sprecher und Mitgründer der Dresdner NGO, Axel Steier. Er hoffe, dass sich jetzt EU-Staaten bereit erklärten, die Flüchtlinge aufzunehmen.

Italien und Frankreich offenbar zu Aufnahme bereit

Einige der Flüchtlinge und Migranten wird voraussichtlich Italien aufnehmen. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte, dies habe er seinem maltesischen Amtskollegen Joseph Muscat bei einem Telefongespräch versprochen. Er hoffe, dass andere EU-Staaten nachfolgen würden.

Auch Frankreich hatte sich offenbar bereit erklärt, die Migranten aufzunehmen. Ein Sprecher der französischen Regierung sagte dem Radiosender RTL, für das Schiff zeichne sich eine "europäische Lösung" ab. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe am Montag in einem Telefonat mit Maltas Regierungschef Muscat über das Schiff gesprochen, sagte der Sprecher. Seine Regierung sei bereit, ein Expertenteam nach Malta zu schicken, um die Asylanträge der Flüchtlinge "individuell" zu prüfen.

Flüchtlinge an Bord des deutschen Rettungsschiffes ''Lifeline'' | Bildquelle: dpa
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Die Lage an Bord der "Lifeline", einem 30 Meter langen Schiff, war auch wegen immer höherer Wellen zuletzt dramatisch. Das hatten unter anderem mehrere Bundestagsabgeordnete bestätigt, die sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatten.

Italien schottet sich weiter gegen Rettungsaktionen ab

Malta, Spanien und Italien hatten der "Lifeline" zuvor verweigert, einen Hafen in ihren Ländern anzulaufen. Das von der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline betriebene Schiff harrt deshalb seit Tagen in internationalen Gewässern vor der Küste Maltas aus.

Italiens neue Regierung hat den Organisationen, die in den letzten Monaten zehntausende Migranten vor der Küste Libyens aus Seenot gerettet hatten, den Kampf angesagt. Innenminister Salvini hat sie immer wieder als Helfer der Schlepper bezeichnet und setzt auf mehr Abschottung, schon in Libyen. Italiens Häfen sollen für die Schiffe der Rettungsorganisationen weiter geschlossen bleiben.

Rettungsschiff "Lifeline" darf in Malta anlegen
tagesschau 20:00 Uhr, 26.06.2018, Ellen Trapp, ARD Rom

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Malta erwägt Ermittlungen gegen deutschen Kapitän

Malta erwägt, Ermittlungen gegen den Kapitän des Rettungsschiffes der deutschen Organisation Mission Lifeline aufzunehmen. Der habe bei der Rettung der Migranten vergangene Woche Anweisungen der italienischen Behörden ignoriert, teilte die Regierung in Valletta mit. Die Regierung in Rom habe angeordnet, die Bergung der libyschen Küstenwache zu überlassen.

Mission Lifeline sieht sich allerdings im Recht. Die libysche Küstenwache habe auf ihre Anfrage für eine Rettung nicht reagiert, während die Menschen in Seenot gewesen seien, sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, die Mission Lifeline bei der Pressearbeit unterstützt.

Containerschiff mit geretteten Migranten darf in Sizilien anlegen

Am Montag durfte das dänische Containerschiff "Alexander Maersk" mit mehr als 100 geretteten Migranten in Sizilien anlegen. Dies hatte die Regierung Italiens erst kurz davor genehmigt. Laut Medienberichten konnte der Frachter im sizilianischen Pozzallo ankern.

Das Schiff der Reederei Maersk hatte in der Nacht zu Freitag die Migranten im Mittelmeer aufgenommen und die letzten Tage auf die Erlaubnis gewartet, anlegen zu dürfen. Die Schiffe retteten Menschen in Not, wie es ihre Verpflichtung laut internationalen Regularien sei, sagte John Murray vom internationalen Schifffahrtsverband ICS .

Rettungsschiff "Lifeline" darf in Malta anlegen - Migranten werden verteilt
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
26.06.2018 14:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Juni 2018 um 14:00 Uhr.

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