Truppen von General Chalifa Haftar | Bildquelle: REUTERS

Militäroffensive in Libyen USA fordern Waffenruhe

Stand: 08.04.2019 08:39 Uhr

US-Außenminister Pompeo hat einen sofortigen Stopp der Angriffe des libyschen Generals Haftar gefordert. Eine entsprechende Erklärung im UN-Sicherheitsrat kam jedoch nicht zustande. Sie wurde von Russland blockiert.

Die USA haben den libyschen General Chalifa Haftar aufgefordert, die militärische Offensive bei der Hauptstadt Tripolis unverzüglich zu stoppen. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, die USA seien wegen der Kämpfe sehr besorgt. Alle beteiligten Parteien seien dafür verantwortlich, die Lage dringend zu deeskalieren, wie der UN-Sicherheitsrat und die G7-Minister am 5. April betont hätten.

"Diese einseitige Militäraktion gegen Tripolis gefährdet Zivilisten und untergräbt die Aussichten auf eine bessere Zukunft für alle Libyer", erklärte Pompeo. Für den Konflikt gebe es keine militärische Lösung. Eine politische Lösung sei der einzige Weg, um das Land zu vereinen.

USA lehnten Änderung der Erklärung ab

Die UN-Gesandtschaft in Libyen rief zu einer zweistündigen Waffenruhe auf, um Zivilisten und Verwundete zu evakuieren. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der international anerkannten Regierung Libyens wurden bei den Kämpfen um Tripolis 32 Menschen getötet und 50 verletzt.

Eine formale Erklärung des UN-Sicherheitsrats kam gleichwohl nicht zustande. Russland blockierte einen entsprechenden Text, in dem ein Ende des Vormarsches der Truppen von General Haftar gefordert werden sollte. Moskau pochte nach Diplomatenangaben darauf, dass alle Konfliktparteien zu einem Ende der Kämpfe aufgerufen werden. Die USA lehnten eine Änderung der Erklärung jedoch ab.

Libyen wird seit acht Jahren von Krisen erschüttert

Libyen steuert trotz der internationalen Aufrufe zu einem Ende der Gewalt weiter auf einen neuen Bürgerkrieg zu. Seit Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 mit westlicher Hilfe gestürzt wurde, kämpfen Hunderte Milizen und Gangsterbanden um Einfluss. Immer wieder wechseln Allianzen und Fronten. Selbst in der Hauptstadt Tripolis im Westen Libyens sind mehr als zwei Dutzend Milizen aktiv; manche stehen zur international anerkannten Regierung von Fajis al-Sarraj, andere nicht. Im Osten Libyens versucht eine Gegenregierung, ihre Interessen durchzusetzen. Mit ihr verbunden ist General Haftar.

Fajis al-Sarraj | Bildquelle: AFP
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Libyens international anerkannter Regierungschef Fajis al-Sarraj

In den vergangenen Monaten haben seine Kräfte auch Landesteile im Süden unter ihre Kontrolle gebracht. Am Donnerstag hatte Haftar seinen Einheiten den Befehl erteilt, auf Tripolis zu marschieren. Wie erfolgreich Haftars Marsch auf Tripolis ist, ist unklar. Haftar will die Hauptstadt einnehmen und das ölreiche Krisenland unter seiner Führung bringen. Anhänger der Regierung in Tripolis hatten eine Gegenoffensive angekündigt.

Ölpreise auf Fünfmonatshoch

Haftars Angriff ist auch ein Angriff auf die Konferenz, die in den kommenden Tagen im libyschen Ghadames stattfinden soll - ausgerichtet von den Vereinten Nationen und mit dem Ziel, mit allen wichtigen Fraktionen nach politischen Lösungen für die innerlibyschen Probleme zu suchen.

Angesichts der Krise in Libyen erreichten die Ölpreise neue fünfmonatige Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen rund 70 US-Dollar. Das waren 26 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate stieg um 25 Cent auf etwa 63 Dollar.

Libyen hat im vergangenen Monat etwa 1,1 Millionen Barrel Rohöl am Tag gefördert und ist damit ein mittelgroßer Produzent der OPEC.

Mit Informationen von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Kampf um libysche Hauptstadt Tripolis
tagesschau 09:00 Uhr, 08.04.2019

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. April 2019 um 09:00 Uhr.

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