Sicherheits- und Rettungskräfte vor der Zentrale des staatlichen Ölkonzerns NOC in der libyschen Hauptstadt Tripolis. | Bildquelle: REUTERS

Schüsse vor Firmenzentrale Angriff auf libyschen Ölkonzern

Stand: 10.09.2018 18:09 Uhr

Mindestens zwei Tote, zehn Verletzte: Unbekannte haben den Sitz der Nationalen Ölgesellschaft Libyens angegriffen. Unklar ist, ob sich noch Menschen in der Gewalt der Bewaffneten befinden.

In Tripolis haben Bewaffnete den Hauptsitz von Libyens staatlichem Ölkonzern NOC attackiert. Nach Angaben der Behörden schossen sie wahllos um sich, zündeten Sprengsätze und nahmen Geiseln. Das Gesundheitsministerium teilte mit, bei dem Überfall seien zwei Menschen getötet und zehn verletzt worden. Dem Innenministeriums zufolge waren die beiden Todesopfer Teil der Wachpersonals.

Das Gebäude nahe der Altstadt von Tripolis fing nach dem Angriff Feuer, das aber schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. NOC-Chef Mustafa Sanalla sprach im Sender Libya 218 von "schweren Schäden" an der Firmenzentrale. Die UN-Mission Unsmil verurteilte die "terroristische Attacke" und rief die Libyer zur Einigkeit auf.

Innenminister Abdul-Salam Aschur sagte, es habe sich um sechs Angreifer gehandelt. Was aus den Angreifern geworden ist, ist ebenso unklar, wie die Frage, ob sie noch Menschen in ihrer Gewalt haben.

Sicherheits- und Rettungskräfte vor der Zentrale des staatlichen Ölkonzerns NOC in der libyschen Hauptstadt Tripolis. | Bildquelle: REUTERS
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Rauch steigt über der Zentrale des staatlichen Ölkonzerns NOC auf. Zeugen berichteten von einer Explosion im Gebäude.

Erdöl sorgt für 95 Prozent der Staatseinkünfte

Die Gewinne aus dem Erdölgeschäft machen 95 Prozent der libyschen Staatseinkünfte aus. Der Ölsektor ist seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 wiederholt Ziel gewalttätiger Angriffe geworden. Ende 2017 erreichte das nordafrikanische Land erstmals wieder eine Erdölförderung von mehr als einer Million Barrel. 

Vergangene Woche hatte NOC für 2018 eine Gewinnsteigerung von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angekündigt - trotz zwischenzeitlichen Exportstopps wegen Kämpfen im Osten des Landes. Zwei rivalisierende Regierungen sowie zahlreiche bewaffnete Gruppen kämpfen in Libyen um die Macht.

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