Schiffe der Küstenwache in Libyen | Bildquelle: Hechler/SWR

Bootsunglück vor Libyen Mehr als 40 Menschen vermisst

Stand: 27.08.2019 17:03 Uhr

Vor Libyen ist erneut ein Flüchtlingsboot verunglückt. Mehrere Tote seien geborgen worden, teilte die libysche Küstenwache mit. Etwa 40 Menschen werden laut UNHCR vermisst. Mindestens 65 Menschen wurden gerettet.

Nach dem Kentern eines Boots im Mittelmeer auf dem Weg nach Europa werden mindestens 40 Migranten vermisst. Mindestens fünf Leichen wurden nahe der westlibyschen Stadt Choms tot geborgen, wie ein Sprecher der libyschen Küstenwache sagte. Unter den Toten sei ein Kind. Mindestens 65 Migranten seien nach dem Unglück gerettet worden.


Das UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) teilte mit, die libysche Küstenwache und örtliche Fischer hätten sich seit dem frühen Morgen an der Rettungsaktion beteiligt. Die meisten Geretteten stammen demnach aus dem Sudan, andere aus Ägypten, Marokko und Tunesien.

Mehr als 160 Menschen starben in diesem Jahr

Nach Angaben der Hilfsorganisation Alarm Phone waren bis zu 100 Migranten an Bord des untergegangenen Bootes. Die Organisation setzt sich für Migranten ein, die Europa über das Mittelmeer zu erreichen versuchen. Die Gruppe teilte mit, sie habe einen Anruf von Migranten im Boot bekommen. Diese seien in schwerer Not gewesen. Sie hätten geweint und geschrien. Die Migranten hätten zu verstehen gegeben, dass bereits Menschen gestorben waren.

Bereits am Montag waren auf dem Mittelmeer mehr als 250 Migranten gerettet worden. Unter anderem nahm das deutsche Rettungsschiff "Eleonora" rund 100 Menschen auf.

Die libysche Küstenwache hat im August eigenen Angaben zufolge Hunderte Migranten auf dem Meer abgefangen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks kamen in diesem Jahr 164 Migranten auf dem Weg von Libyen nach Europa ums Leben. Einer von vier Menschen sterbe auf See, bevor er Europa erreiche.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2019 um 16:00 Uhr.

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