Soldaten von General Haftar bei einer Parade. | Bildquelle: AFP

Libyen-Konflikt General Haftar stimmt Waffenruhe zu

Stand: 12.01.2020 01:51 Uhr

Vor kurzem hatte der libysche General Haftar erklärt, seine Offensive gegen die Regierungstruppen fortsetzen zu wollen. Doch nun will er sich an die von Russland und der Türkei vorgeschlagene Waffenruhe halten.

Die Kämpfer des Generals Khalifa Haftar wollen sich nun doch an eine von der Türkei und Russland vorgeschlagene Waffenruhe in Libyen halten. Haftars "Libysche Nationalarmee" (LNA) rief eine Waffenruhe aus, die seit 00.10 Uhr am Sonntagmorgen (Ortszeit) gilt.

Gleichzeitig warnte LNA-Sprecher Ahmed al-Mesmari die von den Vereinten Nationen unterstützen Regierungstruppen vor einer "harschen Antwort", sollten sie die Waffenruhe verletzen.

Noch am Freitag hatte Haftar erklärt, die Offensive fortsetzen zu wollen und dies damit begründet, ein ziviler Staat könne nur errichtet werden, wenn die "terroristischen Gruppen" völlig zerstört würden.

Der libysche General  Chalifa Haftar (Archivbild) | Bildquelle: REUTERS
galerie

Die Truppen um General Haftar wollen sich nun doch an eine Waffenruhe halten.

Forderung von Russland und der Türkei

Die Türkei und Russland hatten am Mittwoch eine Waffenruhe in Libyen angemahnt. Die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin riefen dazu auf, dass diese in der Nacht auf Sonntag in Kraft treten solle. Russland unterstützt in dem Konflikt Haftar, die Türkei die Regierung in Tripolis. Ankara hatte trotz internationaler Kritik beschlossen, eigene Truppen in das nordafrikanische Land zu schicken.

Vereinte Nationen begrüßen die Waffenruhe

Die Vereinten Nationen begrüßten die Waffenruhe und riefen die Konfliktparteien auf, an dieser festzuhalten. In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Haftar hatte im vergangenen Jahr eine Offensive auf Tripolis begonnen, wo die international anerkannte Regierung von Fayez al-Sarraj sitzt.

Deutschland bemüht sich seit Monaten um eine politische Lösung für den Konflikt. Mit einer internationalen Konferenz in Berlin wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Putin eine Friedenslösung erreichen. Russland werde die deutsche Initiative unterstützen, hatte der Kremlchef beim Treffen mit Merkel im Kreml in Moskau gesagt.

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte twitterte, die Truppen Haftas hätten die Waffenruhe akzeptiert. Dies sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer politischen Lösung. "Es sind noch weite Strecken zu gehen, aber die Richtung stimmt." Conte hatte Mitte der Woche Haftar in Rom zu Konsultationen empfangen. Am Samstag sprach er ebenfalls in Rom mit al-Sarraj.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2020 um 04:00 Uhr.

Darstellung: