Helfer des Roten Halbmondes bergen die Opfer des Bootsunglücks vor der libyschen Küste.  | Bildquelle: AP

Libyen Bis zu 200 Tote nach Bootsunglück

Stand: 27.07.2019 16:01 Uhr

Bei dem neuen Bootsdrama vor der Küste Libyens könnten nach Angaben des Roten Halbmondes bis zu 200 Migranten ums Leben gekommen sein. Es wäre das schwerste Unglück im Mittelmeer im laufenden Jahr.

Bis zu 200 Migranten könnten bei dem Bootsunglück vor der Küste Libyens ums Leben gekommen sein. Nach Angaben des Roten Halbmondes wurden bislang 67 Leichen geborgen, 138 Menschen würden noch vermisst, erklärte ein Sprecher.

Widersprüchliche Zahlen

Das Unglück hatte sich etwa fünf Kilometer vor der libyschen Küste ereignet. Dem Roten Halbmond zufolge waren 360 Menschen an Bord des Boots. Es brach während der Überfahrt nach Europa in zwei Teile. 160 der Insassen seien gerettet worden.

Zur die Zahl der Vermissten gab es widersprüchliche Angaben. Der libyschen Küstenwache zufolge wurden nach dem Unglück 115 Migranten vermisst, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sprachen von rund 150 Vermissten. Laut libyscher Küstenwache waren 250 Menschen an Bord.

Mehr als hundert Vermisste bei Flüchtlingsbootunglück vor Libyen
tagesschau 12:00 Uhr, 26.07.2019, Simon Riesche, ARD Kairo

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EU will Grundsatzregelung

Nach dem Unglück dringt die EU-Kommission erneut auf eine Lösung zur Verteilung von aus Seenot geretteten Migranten. Der Vorfall sei "eine Erinnerung daran, dass es dringend vorhersehbare Regelungen" brauche, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde.

Rund 35 Prozent weniger Flüchtlinge als im Vorjahr

In diesem Jahr kamen nach UN-Angaben bisher 36.670 Flüchtlinge und Migranten über das Mittelmeer nach Europa, rund 35 Prozent weniger als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres.

686 Menschen starben zwischen Jahresanfang 2019 und dem 24. Juli bei der Überfahrt, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte.

Die meisten Flüchtlinge in Griechenland und Spanien

Von Januar bis Juli 2018 hatten laut IOM 54.978 Menschen mit Booten Europa erreicht, wobei mindestens 1508 ums Leben gekommen waren. Im laufenden Jahr trafen bisher die meisten Flüchtlinge und Migranten in Griechenland (17.991) und Spanien (12.443) ein.

Nach Italien kamen 3552 Menschen mit Booten, deutlich weniger als in der derselben Periode 2018, als es 18.107 waren. Nach Malta kamen in diesem Jahr 1443, nach Zypern 1241.

Auch Spanien verzeichnete im Lauf dieses Jahres rückläufige Zahlen, während Griechenland einen Anstieg um rund 2500 registrierte. In Griechenland trafen vor allem Afghanen, Syrer, Iraker, Palästinenser und Kongolesen ein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

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