Soldaten der Einheitsregierung auf dem Flughafen Mitiga bei Tripolis | Bildquelle: AFP

Libyen Haftars Truppen greifen Flughafen an

Stand: 08.04.2019 17:53 Uhr

In Libyen haben Truppen des Generals Haftar den einzig verbliebenen Flughafen von Tripolis angegriffen. Doch in der Stadt müssen sich die Angreifer auf Widerstand einstellen. Die Gegner des Generals machen mobil.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Auf dem Platz der Märtyrer im Zentrum von Tripolis protestierten am Sonntag Menschen gegen den abtrünnigen General Khalifa Haftar, dessen Truppen auf die Hauptstadt vorrücken. Die Demonstranten schworen, dagegen zu kämpfen, dass der Kriegsherr und sein Militär die Macht im Land übernehmen.

Die Gefechte konzentrieren sich seit Tagen auf südliche Vororte von Tripolis. Ein Offizier von Haftars sogenannter Libyscher Nationaler Armee sprach von Erfolgen. Die Truppen hätten in einem "ganz großen Vorstoß" strategische Stellungen eingenommen und rückten nun weiter vor, um in das Zentrum der Stadt einzumarschieren. Einige gegnerische Milizen hätten sich zurückgezogen und geweigert, den Einheiten Haftars entgegenzutreten.

Kämpfe zwischen Haftars Truppen und der libyschen Regierung dauern an
tagesschau 20:00 Uhr, 08.04.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Angriff aus der Luft

Erstmals seit Beginn der Offensive griff ein Kampfjet Haftars Mitiga an, den einzigen noch funktionierenden Flughafen von Tripolis, der daraufhin geschlossen wurde.

Seit Donnerstag haben die Kämpfe Dutzenden Menschen das Leben gekostet. Laut den Vereinten Nationen verließen bereits einige Tausend Menschen die umkämpften Orte oder sitzen dort nun fest. Sanitäter versuchen, Familien aus den Kampfgebieten zu holen, berichtet der Sanitäter Ossama Ali aus Tripolis. Das sei aber nicht möglich, wenn Gefechte laufen. "Zwischen den Fronten gibt es Schusswechsel. Wer dort reingeht, wird sofort beschossen."

Einheitsregierung ruft Gegenoffensive aus 

Um sich zu verteidigen, rief die international anerkannte Einheitsregierung eine Gegenoffensive mit dem Titel "Operation Vulkan des Zorns" aus. Ein Militärsprecher versprach, die Regierung werde den Zivilstaat bewahren. Sie lade "diejenigen, die Wahnvorstellungen haben und einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, ein, ihre Waffen niederzulegen. Die Schlacht ist vorbei." Die Regierung werde eine Militarisierung des Staates nicht zulassen. Das Militär sei "nur zu Gott und zur Nation loyal".

Allerdings musste der Ministerpräsident der Einheitsregierung nun eine Schlappe einstecken: Sein Vize Ali al-Katrani trat zurück und erklärte, er unterstütze jetzt Haftar; Tripolis müsse von "bewaffneten kriminellen Terrormilizen" befreit werden.

Weitere Milizen könnten eingreifen

Gleichzeitig machen mächtige Gegner des Generals mobil, Milizen aus Misrata und aus anderen Orten im Westen. Erste Einheiten aus Misrata trafen bereits in Tripolis ein, um sich dem Warlord entgegenzustellen. Sie gelten als kampfstark. Einige machten sich beim Umsturz des Gaddafi-Regimes 2011 einen Namen, andere einige Jahre später, als sie den IS von der Mittelmeerküste vertrieben.

Die Misrata-Milizen und andere bewaffnete Einheiten im Westen des Landes stehen im Ruf, ganz klar gegen Haftar eingestellt zu sein. Bei ihnen sitzt die Überzeugung tief, dass Libyen nicht erneut unter die Fuchtel eines Alleinherrschers kommen darf.

Aktuelle Lage in und um Tripolis
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
08.04.2019 17:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. April 2019 um 15:30 Uhr.

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