Feuer in Flüchlingslager auf Lesbos | Bildquelle: AP

Lesbos Zwei Tote bei Feuer in Flüchtlingslager

Stand: 30.09.2019 08:53 Uhr

Bei einem Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos sind eine Frau und ihr Kind ums Leben gekommen. In dem überfüllten Lager kam es zu gewaltsamen Protesten der Bewohner - die Polizei setzt Tränengas ein.

Bei einem Feuer in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Bürgermeister der Insel und ein Gouverneur der Region sprechen von einer Frau und ihrem Kind. Es gab auch mehrere Verletzte. Auch das örtliche Büro des UN-Flüchtlingshilfswerks sprach von zwei Toten.

Polizei setzt Tränengas ein

Die Tragödie löste teils gewaltsame Proteste der Bewohner des Lagers aus. Die Polizei setzte laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten Tränengas ein, um die Lage unter Kontrolle zu behalten. Aus Athen wurden nach Regierungsangaben zudem mit Armeehubschraubern zusätzliche Sicherheitskräfte nach Lesbos geflogen. Durch den massiven Einsatz von Tränengas gestern abend sind auch andere Bereiche des Flüchtlingslagers zur Zeit nicht bewohnbar.

Etwa 100 Bereitschaftspolizisten aus Athen sollen die Lage im überfüllten Flüchtlingslager Moria unter Kontrolle halten. Nach Angaben der Polizei gab es in der Nacht keine neuen Proteste.

Zwei Tote und mehrere Verletzte bei Feuer auf Lesbos
tagesschau 09:00 Uhr, 30.09.2019

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"Es dauerte 20 Minuten, bis die Feuerwehr da war"

Flüchtlinge gaben an, dass die Feuerwehr viel zu lange gebraucht habe, bis sie im Lager angekommen sei. "Das Feuer ist mitten im Lager ausgebrochen. Sechs oder sieben Unterkünfte standen in Flammen", berichtete der 15-jährige Fedus aus Afghanistan einem AFP-Reporter."Wir haben die Feuerwehr gerufen, aber es dauerte 20 Minuten, bis sie hier war." Die Wut darüber habe die Bewohner zu den Ausschreitungen getrieben. Durch die Flammen sind acht Wohncontainer komplett ausgebrannt.

Brände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. | Bildquelle: AFP
galerie

Die Brände zerstörten Teile des Flüchtlingslagers.

Seit Jahren in der Kritik

Das Lager Moria auf Lesbos steht seit Jahren in der Kritik, da es chronisch überfüllt ist. Es gibt viel zu wenige Toiletten, Duschen oder Waschstellen. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln ist schlechter geworden. Es gab in den vergangenen Tagen immer wieder lautstarke und teilweise auch gewaltsame Proteste gegen die Bedingungen im Lager.

Die Zahl der Menschen, die aus der Türkei neu auf eine der nahe gelegenen griechischen Inseln flüchten, ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Nach der Ankunft von 3000 neuen Flüchtlingen im August hatte sich die ohnehin schwierige hygienische Situation in dem inmitten von Olivenhainen gelegenen Lager weiter verschlechtert. Derzeit leben mehr als 12.000 Menschen in dem Lager, das eigentlich nur für 3000 ausgelegt ist.

Auch die Registrierungszentren für Flüchtlinge auf den Inseln Kos, Chios, Samos und Leros sind stark überfüllt. Da dort wesentlich weniger Wachpersonal und Polizei als auf Lesbos eingesetzt ist, ist dort die Sorge vor gewaltsamen Protesten der Flüchtlinge groß.

Mit Informationen von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen

Zwei Tote und mehrere Verletzte
Michael Lehmann, ARD Istanbul
30.09.2019 08:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. September 2019 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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