Chinesische Flaggen

Maschinenbauer Leifeld Chinesischer Interessent zieht sich zurück

Stand: 01.08.2018 13:17 Uhr

Die Bundesregierung hat die ursprünglich geplante Übernahme einer deutschen Firma durch Chinesen vorsorglich untersagt. Kurz vor der Kabinettssitzung teilte der Interessent mit, vom Kauf zurückzutreten.

Das chinesische Übernahmevorhaben beim deutschen Maschinenbauer Leifeld Metal Spinning AG ist abgeblasen worden. Angesichts der politischen Bedenken gegen die Übernahme trat der Interessent, die französische Manoir Industries, hinter der wiederum die chinesische Gesellschaft Yantai Taihai Group steht, von dem Vorhaben zurück. Leifeld-Hauptaktionär Georg Kofler sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Der Interessent hat seinen Antrag auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Wirtschaftsministerium zurückgezogen. Das Übernahmevorhaben wird nicht mehr verfolgt."

Als Konsequenz kündigte Kofler an, dass Aufsichtsrat und Geschäftsführung nun planten, die Gesellschaft noch dieses Jahr an die Börse zu bringen. Grund für die Bedenken in der deutschen Regierung waren Sicherheitserwägungen, nicht zuletzt, weil das chinesische Unternehmen im Nukleargeschäft tätig ist.

"Bedenken nicht angebracht"

"Wir glauben, dass diese sicherheitspolitischen Bedenken nicht angebracht sind", sagte Kofler. Man habe es aber nicht geschafft, sie zu entkräften.

Gleichzeitig untersagte die Bundesregierung die ursprünglich geplante Übernahme vorsorglich. Das Kabinett beschloss eine entsprechende Ermächtigung, wie es aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums hieß. Grund seien "sicherheitspolitische Gründe". Die von dem chinesischen Invester übermittelten Unterlagen würden nun auf ihre Belastbarkeit hin geprüft. Sollte die Prüfung ergeben, dass der Rücktritt vom Erwerb wirksam sei, gebe es keinen Erwerb mehr. Dann wäre es auch nicht mehr notwendig, die Kabinettsermächtigung zur Untersagung zu gebrauchen.

Der Kaufvertrag für Leifeld mit der französischen Yantai-Tochter Manoir war nach Koflers Worten genau vor einem Jahr unterzeichnet worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. August 2018 um 11:00 Uhr.

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