Die neue EU-Regelung soll Verbraucher künftig besser schützen.

Neue EU-Regelung soll Verbraucher schützen EU stoppt irreführende Werbeslogans

Stand: 21.03.2012 14:43 Uhr

Irreführende Werbeslogans für Lebensmittel sollen in Zukunft in der EU verboten werden. Das hat der Ausschuss für Verbraucherschutz im Europaparlament  beschlossen und somit einen Vorschlag der Europäischen Kommission gebilligt. Verbraucher sollen durch die neue Regelung besser geschützt werden.

Die neue EU-Regelung soll Verbraucher künftig besser schützen.

Die neue EU-Regelung soll Verbraucher künftig besser schützen.

Nur wissenschaftlich fundierte Slogans erlaubt

Die Europäische Lebensmittelagentur EFSA in Parma überprüfte rund 44.000 Anträge auf Zulassung von Werbeaussagen. Nur wissenschaftlich fundierte Slogans schafften es auf die Liste, die von der EU-Kommission noch formal abgesegnet werden muss.

"Gut fürs Immunsystem" - von diesem Slogan musste sich zum Beispiel ein so genannter probiotischer Joghurt verabschieden, da die Behauptung sich nicht bewahrheitete. Insgesamt sollen rund 1600 gesundheitsbezogene Werbeslogans verboten werden, erlaubt werden nur circa 220 Werbeaussagen.

Folgen für die Hersteller

Die Liste mit den erlaubten Slogans wird im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht. Danach haben die Lebensmittelhersteller noch sechs Monate Zeit, um bereits verpackte Produkte zu verkaufen, die noch unerlaubte Werbeaussagen tragen. "Nach dieser Frist dürfen sie die beanstandeten Slogans nicht mehr verwenden", erklärte ein Beamter. Die Hersteller könnten allerdings jederzeit auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Überprüfung beantragen.

Reaktionen auf das Verbot

Die Europäische Verbraucherschutzzentrale BEUC in Brüssel lobte die Neuregelung als "Schritt in die richtige Richtung." Verbraucher würden so besser vor "unbegründeten, übertriebenen oder unwahren Werbeaussagen" geschützt, betonte die Leiterin des BEUC, Monique Goyens. CDU-Abgeordnete Renate Sommer kritisierte allerdings das Verbot: Die EU-Kommission lege einen missionarischen Eifer an den Tag, der die Verbraucher entmündige.  

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Systemisch Konsensieren 21.03.2012 • 21:55 Uhr

Wer den Quark glaubt, ...

Folgender Witz: Ein Mann sitzt im Zug und kaut Apfelkerne. Ein Mitreisender schaut dem Gekaue eine Weile skeptisch zu, und schließlich spricht er ihn an: "Warum kauen Sie Apfelkerne?" "Die machen schlau!", entgenet der Kauer gutmütig und greift nach der nächsten Portion. "Wirklich?" "Wenn ich's doch sage..." "Würden Sie mir welche abgeben?" "Gerne. 40 Kerne kosten 3 Euro." "Gut, abgemacht." Das Geschäft geht über die Bühne, und schon bald kauen beide gemütlich ihre Kerne. Bis schließlich der Käufer sagt: "Sagen Sie mal: Sie verkaufen mir 40 Kerne für 3 Euro. Für das Geld hätte ich fast 2 Kilo Äpfel bekommen - mit wesentlich mehr Kernen!" "Na sehen Sie ... sie wirken schon!" In diesem Sinne: bon appetit beim Apotheken-Futter. Wenn' schon nicht die Abwehrkräft stärkt hat, so hat's wenigtens die CDU geärgert. Und das ist doch auch was, oder?